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„Ein Fall für zwei“ : Matula geht mit Auto-Stunts zum Abschluss

  • -Aktualisiert am

Claus Theo Gärtner (rechts) ermittelt ein letztes Mal als Matula - wieder an der Seite von Paul Frielinghaus alias Rechtsanwalt Markus Lessing Bild: dpa

Gut 30 Jahre lang hat er dem Privatdetektiv Matula sein Gesicht gegeben. Nun verabschiedet sich Claus Theo Gärtner mit der 300. Folge von „Ein Fall für zwei“.

          Auf dem Südfriedhof in Wiesbaden ist eine der letzten Klappen gefallen. Mit der 300. Folge von „Ein Fall für Zwei“ verabschiedet sich Deutschlands dienstältester Ermittler, der Detektiv Josef Matula, nach mehr als 30 Jahren vom Publikum. Vieles hat er mit seiner Serie überstanden, gesellschaftliche Umwälzungen wie den Mauerfall, immer wieder wechselnde Partner - von Günter Strack über Rainer Hunold, Mathias Herrmann bis hin zu Paul Frielinghaus -, aber auch neue Sehgewohnheiten. Die früher episch erzählten Kriminalgeschichten sind heute schnell geschnitten, die Farben ins Kaltblaue verschoben, um eine modernere Anmutung in die deutschen Wohnzimmer zu bringen. Die Verjüngungskur 2008 bescherte Matulas Anwalt mit Caroline Grothgar auch eine neue, junge Sekretärin.

          Matulas Haudegen-Attitüde dagegen hat sich ebenso wenig verändert wie seine rotblonde Haarfarbe. Die Attitüde ist ein Relikt früherer Jahrzehnte, das in Zeiten von Profilern und technisch immer komplizierter werdenden Ermittlungen ein wenig überholt scheint. Doch das ist nicht der Grund, warum Claus Theo Gärtner freiwillig aufhört. Reisen wolle er, und zwar ohne festes Datum für die Rückfahrt, sagt er. Konkret geplant hat er mit seiner dritten Frau Sarah eine einjährige Auszeit und die Fahrt mit einem Zwölftonner auf der Panamericana durch Argentinien, Chile und Mexiko. So etwas könne er im Rollstuhl nicht mehr machen, kokettiert er mit seinem Alter, das er sonst gerne mal ignoriert, wenn er auch in der 300. Folge der Serie die Auto-Stunts noch selbst macht.

          „Immer weniger Zeit zum Drehen“

          Fragt man ihn, was sich in den 32 Jahren vor der Kamera am stärksten verändert hat, schlägt er kritische Töne an: „Wir haben immer weniger Zeit zum Drehen und sollen für immer weniger Geld mehr Qualität liefern.“ Das Geschäft sei hart geworden. Auch das kann ein Grund sein, warum Gärtner, der im nächsten April 70 Jahre alt wird, seinen Josef Matula in Rente schickt. Für Wehmut am Set bleibt da wenig Zeit. Und sowieso ist Gärtner kein Typ, der sich der Rührung hingibt. Lieber poltert er dagegen an und gibt höchstens zu Protokoll, er werde seinen Freund Paul Frielinghaus und die Fernsehfamilie vermissen.

          Von Frielinghaus hätte er sich ohnehin verabschieden müssen. Denn dieser hatte schon 2011 gesagt, dass er nach zwölf Jahren aussteigen wolle, um andere Rollen zu spielen. Gärtner habe sich aber gewünscht, die 300. Folge noch zu drehen, sagte der Kollege. Für ihn ist es immerhin die 118. „Meine Rolle ist in der letzten Zeit zunehmend enger geschnitten gewesen“, berichtete er und sagte, die Aussicht, wieder frei arbeitender Schauspieler zu sein, schrecke ihn nicht.

          Party nach dem letzten Drehtag

          Der Sender jedenfalls hätte seinen erfolgreichsten Ermittler nicht so schnell ausgemustert. Holt die Serie, die in Frankfurt spielte, aber ebenso in Wiesbaden gedreht wurde, doch am Freitagabend immer noch rund fünf Millionen Zuschauer vor den Fernseher. Die Idee, einen Detektiv und einen Anwalt gemeinsam ermitteln zu lassen, die meistens die Unschuld eines Mandanten beweisen und noch den richtigen Täter finden müssen, gebe es im deutschen Fernsehen sonst nicht, hebt auch die in Wiesbaden ansässige Produktionsfirma Odeon TV hervor. Deshalb arbeite man mit dem ZDF an einem neuen Format mit dieser Konstellation.

          Nach dem letzten Drehtag in dieser Woche ist eine Abschiedsparty geplant, zu der auch Mitarbeiter des ZDF und frühere Kollegen geladen sind. „Es soll ein rauschendes Fest werden, damit wir nicht zu wehmütig werden“, sagt Frielinghaus. Zu sehen ist die letzte Folge wohl im Februar. Dann könnte Gärtner fast schon wieder in Deutschland sein. Denn gänzlich ohne Rückkehrdatum plant er seine Reise doch nicht. Schließlich hat er, wie er sagt, schon Theaterrollen und ein Treatment des ZDF für eine neue Reihe vorliegen. „Die wären ja blöd, wenn sie nicht mit mir weitermachen würden.

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