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Kunst in der Provinz : Stadt, Land, egal

  • -Aktualisiert am

Dauerbaustelle: Friedrich und Johanna Gräfling im 400 Jahre alten Jagdschloss, das sie nach historischem Vorbild sanieren. Bild: Frank Röth

Wer als Städter überheblich auf die Provinz schaut, begeht einen großen Fehler. Da sind sich Friedrich und Johanna Gräfling sicher. Die beiden wollen ein Dorf im Spessart in ein Kulturzentrum verwandeln.

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          Auf dem großen Esstisch in der umgebauten Scheune liegt ein knallgrüner, dicker Katalog. Es ist die Abschlussarbeit, mit der Friedrich Gräfling sein Studium an der Londoner Architectural Association beendete. Er blättert zu einer Seite, die die Stuttgarter Stadtbibliothek zeigt, einen spektakulären, lichten Bau des koreanischen Architekten Eun Young Yi. Doch Gräfling geht es nicht um das bekannte Bauwerk, sondern um die Bücher, den Bestand der Bibliothek. „Selbst in diesem riesigen Gebäude lagert nur ein Bruchteil der Sammlung, das allermeiste liegt dagegen in Depots“, sagt er. Und er fragt: „Warum nimmt man diesen Bestand nicht und nutzt ihn, um damit Satelliten der Bibliothek, fernab der Metropole, zu eröffnen? Warum bringt man diese Schätze nicht aufs Land?“

          Alexander Jürgs
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das ist, knapp zusammengefasst, die Frage, die den Architekten und Kunstsammler und seine Frau Johanna schon seit Jahren umtreibt: Wie können Stadt und Land – nicht räumlich, sondern kulturell, wirtschaftlich und intellektuell – zusammenwachsen? Warum denken wir, wenn es um den urbanen und den ländlichen Raum geht, noch immer in Gegensätzen? Wieso erheben sich die Städter über die vermeintlich provinzielle Landbevölkerung? Und weshalb kommt so vielen Landbewohnern, wenn sie über die Stadt nachdenken, nichts anderes als Stress, Enge und Chaos in den Kopf?

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