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Bussard-Nest im Westend : Erhabene, aber laute Nachbarschaft

In Hessen gibt es viele Mäusebussarde: zehn Prozent der deutschlandweiten Population leben hier. Bild: Helmut Fricke

Der Trend in die Stadt macht nicht einmal vor Greifvögeln halt. Statt im Wald zu nisten, in der Landschaft zu jagen, hat ein Bussard zwischen Wohnhäusern sein Zuhause.

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          Im wohlsituierten Frankfurter Westend kann man einiges hoch über den Dächern beobachten. Da wachsen neue Häuser in den Himmel, dort wird aufgestockt und hier begrünt. Mitten drin hat sich ein Paar ein Zuhause geschaffen, das dort eigentlich nicht sein dürfte – und sich dennoch traut, sich laut bemerkbar zu machen. Es sind Mäusebussarde, die im Nachbargarten in einer 25 Meter hohen Linde vor Jahren schon ein Nest gebaut haben und dorthin nun offenbar jedes Jahr zurückkehren, um ihren Nachwuchs großzuziehen. Seit einigen Wochen schon wird gebrütet.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ob es sich bei den Eltern um das gleiche Paar handelt wie im letzten Jahr, ist schwer auszumachen. Martin Hormann von der Staatlichen Vogelschutzwarte in Fechenheim weiß, dass Buteo buteo, wie der Greifvogel lateinisch heißt, eine enge Bindung ans Nest hat, „weniger an den Partner“. Will heißen, wenn einer der beiden Vögel in den vergangenen Monaten auf der Suche nach Aas, das am Straßenrand lag, unter die Räder gekommen ist oder ein Windrad nicht wahrgenommen hat, weil der Blick auf den Boden gerichtet war, um Mäuse und Ratten zu erspähen, bleibt das Nest nicht etwa leer. Der Übriggebliebene nehme einen neuen Partner mit ins Nest, sagt Hormann. Bei Buteo buteo geht es also nicht sentimental zu.

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