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Eigene Domain für Frankfurt : Pläne für „.frankfurt“-Adresse im Internet

Der Vorreiter: In Berlin können sich seit März 2014 dortige Unternehmen oder Vereine Internet-Adressen mit der Endung „.berlin“ erstellen. Bild: dpa

So eine eigene Internet-Domain ist teuer. Daher sucht Stadtrat Schneider Verbündete in den Kammern, um die „.frankfurt“-Endung zu finanzieren. Andere Großstädte sind da schon weiter.

          Womöglich können Internet-Adressen aus der Mainmetropole künftig statt mit „.de“ oder „.com“ auch mit „.frankfurt“ enden. Der Frankfurter Stadtrat Jan Schneider (CDU), der unter anderem für Informationstechnologie zuständig ist, meint, die Wirtschaft der Stadt könne davon profitieren, wenn sie sich auf diese Weise von der Konkurrenz anderswo abhebe. Er hat sich deshalb an die Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer gewandt mit der Bitte, ihn bei dem Vorhaben zu unterstützen, solche Adressen einzuführen. Die Stadtverwaltung selbst, so hebt Schneider allerdings zugleich hervor, habe nichts davon, wenn es eine Internet-Endung gebe, die den Namen der Mainmetropole verbreite.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Schneider setzt sich mit seiner Initiative von seinem Vorgänger Volker Stein (FDP) ab. Der damalige Infrastruktur-Dezernent hatte es 2012 unter Verweis auf die hohen Kosten abgelehnt, dass sich die Stadt in dieser Sache engagiert. Einem Magistratsbericht zufolge muss derjenigen, der sich eine solche Internet-Endung reserviert, zunächst 130.000 Euro aufwenden und in den Folgejahren noch einmal ungefähr 100.000 Euro. Die hohen Kosten sind es auch, die Schneider bewogen haben, sich an die beiden Kammern zu wenden.

          Hamburg mit eigener Adresse

          Ob die beiden Organisationen bereit sind, sich an den Ausgaben zu beteiligen, steht noch nicht fest; Stellungnahmen gibt gegenwärtig weder die eine noch die andere Kammer ab. Aus dem Römer heißt es, immerhin seien Industrie- und Handels- sowie die Handwerkskammer zu Sondierungsgesprächen bereit.

          In anderen Großstädten ist man schon weiter. Am 27.August drückte der Hamburger Erste Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) während eines Empfangs im dortigen Rathaus auf einen Knopf und schaltete damit die Internet-Endung „.hamburg“ frei. „Ich bin sehr froh, dass der gute Name Hamburgs auch im Internet mit einer eigenen Adresse zu finden sein wird“, sagte der Politiker. „Das stärkt die Identifikation.“ Eines der ersten Unternehmen, das sich eine solche Adresse sicherte, war die in Norddeutschland stark vertretene Drogeriekette Budnikowsky. Sie weist nun unter www.budni.hamburg auf ihre Angebote hin. Bürgermeister Scholz berichtete darüber hinaus, für die Olympiabewerbung der Hansestadt habe sich die Verwaltung die Adresse www.olympia.hamburg reservieren lassen.

          Fraglich, wann Adresse kommt

          Vorreiter in Deutschland ist jedoch die Hauptstadt. Schon seit März können sich dortige Unternehmen oder Vereine Adressen mit der Endung „.berlin“ sichern. Inzwischen gibt es fast 140.000 derartige Adressen. Auch das Saarland hat sich eine solche Endung gesichert.

          Doch selbst wenn man sich in Frankfurt einigen würde, wer die Kosten übernimmt – allzu schnell werden entsprechende Internet-Adressen nicht kommen. Die Internet-Verwaltung Icann lässt wissen, zwar werde es eine neue Runde geben, bei der solche Adressen vergeben würden, doch stehe der Termin dafür noch nicht fest.

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