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Eidesstattliche Erklärungen : Strafbefehl gegen Bischof Tebartz-van Elst beantragt

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Zuvor hatte Jochen Riebel, Mitglied im Vermögensverwaltungsrat des Bischöflichen Stuhls zu Limburg, heftige Kritik am Bischof geübt. Er hielt Tebartz-van Elst vor, das Gremium nicht den Regeln entsprechend informiert zu haben. Auf die Frage nach der massiven Kostensteigerung für das Bauvorhaben in Limburg sagte Riebel, er könne es sich nur so erklären, dass der Bischof entweder ein raffinierter Betrüger oder krank sei. Riebel hatte sich auch überrascht gezeigt, dass unter den Wohnräumen des Bischofs „für immense Kosten“ ein weiteres Geschoss in den Felsen des Dombergs gefräst worden sei.

Davon habe er erst vor wenigen Tagen erfahren. Wie die Stadt Limburg am Mittwoch erläuterte, sind diese Räume aber Bestandteil der Baugenehmigung gewesen, die im September 2010 für die gesamte Anlage erteilt worden sei. Gerüchte, wonach in diesem zweiten Untergeschoss Fitnessräume eingerichtet werden sollten, konnte die Sprecherin nicht bestätigen. In dem Bauantrag seien sie als Technikräume und zwei fensterlose Kellerräume angemeldet gewesen. Der Sprecherin zufolge stellte der Bauherr im August 2011 einen Änderungsantrag. Dabei sei es um eine Umnutzung eines Kellerraumes gegangen - für welche Zwecke, blieb offen.

Stadt: Rein optisch eine Bereicherung

Das Stadtbauamt ist als Genehmigungsbehörde auch für die Überwachung des Bauvorhabens zuständig. Es habe während der gesamten Bauphase in enger Verbindung mit dem Bauherrn gestanden, sagte die Sprecherin. Der Hauptansprechpartner der Stadt sei dabei der Diözesanbaumeister gewesen.

Dass sich die Baukosten vervielfacht haben, führt die Stadt auf den aufwendigen Bau zurück. „Wenn über ein Jahr lang nur Gestein weggefräst wird, ist es nicht verwunderlich, dass das viel kostet.“ Um die Baukosten sei es in den Besprechungen aber nicht gegangen. „Es liegt in der Hand des Bauherren, welche Materialien er auswählt.“ Dass die hohen Mehrkosten auch durch strenge Auflagen der Baubehörde oder des Denkmalschutzes, etwa bei der Sanierung der Alten Vikarie, bedingt sein könnten, bestritt die Sprecherin. „Wir haben keine horrenden Auflagen gestellt.“

Aus Sicht der Stadt ist der Dienstsitz rein optisch eine Bereicherung. Architektonisch sei die Anlage durchaus gelungen und passe in die Altstadt. „Die Stadt ist nicht unglücklich mit dem Ensemble“, sagte die Sprecherin. Der Architekt des neuen Bischofssitzes, das Büro BLFP Frielinghaus aus Friedberg, wollte sich über die Pläne und die Kostenentwicklung nicht äußern. Das sei mit dem Diözesanbaumeister so vereinbart, hieß es auf Anfrage.

Wie berichtet, haben auch der Sprecher des Priesterrats und des Hofheimer Kreises sowie der Vorsitzende der Stadtversammlung der Frankfurter Katholiken, Christoph Hefter, massive Kritik am Bischof geäußert. Hefter forderte dessen Rücktritt.

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