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Ehrenbürgerschaft in Wiesbaden : Wieczorek-Zeul sagt nein

Die ehemalige Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul aus Wiesbaden. Bild: dpa

Heidemarie Wieczorek-Zeul will nicht Ehrenbürgerin der Stadt Wiesbaden werden. In einem Brief lehnte sie den Vorschlag, der von einigen Fraktionen kritisiert worden war, ab.

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          Die langjährige Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul will nicht Ehrenbürgerin der Stadt Wiesbaden werden. Die Idee sei „ehrenvoll gemeint“, schreibt sie in einem Brief an Oberbürgermeister Sven Gerich (beide SPD). Trotzdem bittet sie ihn, den Vorschlag „nicht zu verfolgen“.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Das Ansinnen hatte Streit in der Landeshauptstadt ausgelöst. Die Fraktionen von FDP und Bürgerliste bemängelten, dass die Einundsiebzigjährige, die auch Wiesbadener Bundestagsabgeordnete war, für die Stadt nichts geleistet habe. Auch ihr Wirken als Bundesentwicklungshilfeministerin wurde kritisiert, schon in der Vergangenheit war ihr wiederholt ein rüder Umgang mit ihren Mitarbeitern vorgeworfen worden.

          Auf die Debatte geht die Sozialdemokratin in ihrem handschriftlichen Brief nicht ein. Sie habe von der Idee aus dieser Zeitung erfahren, schreibt sie. „Aber meine Arbeit als Wiesbadener Abgeordnete und als Ministerin habe ich immer als selbstverständliche Pflicht verstanden, die nie auf formale Ehrung zielte.“ Ihr Engagement für die Menschen in Wiesbaden sei „unabhängig von Mandat und Ehrungen“ gewesen. Dabei bleibe es. Gerich erklärte, er respektiere Wieczorek-Zeuls Bitte und werde den Gedanken nicht weiterverfolgen. Er habe den Plan aber aus vielerlei Gründen gefasst und sei nach wie vor von ihm überzeugt.

          In der Wiesbadener CDU hatte der Vorschlag zuvor zu Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Kreisvorsitzenden Horst Klee und dem Fraktionschef Bernhard Lorenz geführt. Klee setzte das Thema auf die Tagesordnung einer vertraulichen Kreisvorstandssitzung. Lorenz konstatierte nachher, dass der Versuch, Wieczorek-Zeul zu verhindern, „krachend gescheitert“ sei.

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