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Ehrenamtliche Abfallsammler : Warum räumen Menschen in ihrer Freizeit den Müll anderer weg?

  • -Aktualisiert am

Sammeln freiwillig Müll: Lechi Engel-Langewand und Bogomir Langewand Bild: Nerea Lakuntza

Im Wald, auf der Straße oder am Fluss: Einige Menschen schmeißen ihren Müll da hin, wo sie gerade gehen und stehen. Und wieder andere verbringen ihre Freizeit damit, diesen Abfall wegzuräumen. Warum? Müllsammler erzählen.

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          Sie stehen im Frankfurter Stadtwald an einem kleinen Bach. Zwei gepolsterte Esszimmerstühle. Sie herzubringen muss Mühe gekostet haben; die nächste Straße ist einige Gehminuten entfernt. Ein Phänomen, das sich auch beobachten lässt in den Parks und auf den Plätzen, am Mainufer, an den Straßenrändern der Stadt: die Vermüllung des öffentlichen Raumes. Was wider jede Vernunft ist.

          Sein Nest sauber halten zu wollen ist eigentlich ein natürlicher Instinkt. In der Tierwelt gibt es nur wenige, die es anders halten. Vögeln könnte man sogar mit einer Ikea-Family-Card eine Riesenfreude bereiten, so gern machen sie es sich hübsch. Umso stärker muss beim Menschen da ein anderer Drang sein. Einer, der dazu führt, dass überall Fast-Food-Behälter, Pizzakartons, Zigarettenstummel, Taschentücher, Kronkorken, Plastiktüten, Aluschalen, Hundekottüten herumliegen. Dass halbe Haushalte in Parks und Wäldern abgeladen werden. „Littering“ nennt man das Phänomen im Fachjargon und erklärt es sich unter anderem mit der Theorie des „broken window“. Meint: Wo andere eh schon viel verschmutzen, entsteht eine Art Mitmacheffekt im Schlechten.

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