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Flüchtlingshilfe : Deutschkurse, Tanztheater und Ausflüge

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Viel Arbeit: Von „Frankfurt hilft“ können früher oder später auch die Flüchtlinge auf dem Neckermann-Gelände profitieren. Bild: Helmut Fricke

Seit einem Jahr koordiniert das Team von „Frankfurt hilft“ ehrenamtliche Unterstützung für Flüchtlinge. Die Angebote sind vielfältig.

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          Seit fast einem Jahr unterstützt das Projekt „Frankfurt hilft“ Menschen, die ehrenamtlich Flüchtlingen helfen wollen, aber nicht so genau wissen, wie sie das machen sollen. Gestern stellten die Koordinatorinnen Dilek Akkaya und Anita Heise zusammen mit Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) und dem Vorsitzenden der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Roland Kaehlbrandt die bisherigen Erfolge vor. Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft unterstützt zusammen mit neun anderen Stiftungen das Vorhaben finanziell.

          „Wir haben eine Anlaufstelle für ehrenamtliche Helfer gebraucht.„

          Das Projekt entstand im Dezember 2014. Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung sei so groß geworden, dass das Sozialdezernat sie nicht mehr habe koordinieren können, sagte Birkenfeld. „Wir haben eine Anlaufstelle für ehrenamtliche Helfer gebraucht.“ Sie gewann Heise, die selbst sieben Jahre lang ehrenamtlich tätig war, und Akkaya als Koordinatorinnen. Akkaya hatte vorher ein soziales Projekt geleitet. Im Juni 2015 begann „Frankfurt hilft“. Dessen Ziel sei es, „Hilfsbereitschaft zu bündeln, Helfer zu qualifizieren und sie dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden“, sagte Kaehlbrandt.

          Im Moment profitieren von dem Projekt 4.500 Asylbewerber und 600 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Sie leben an 140 verschiedenen Orten.

          Akkaya sagte, in der Zentrale des Projekts hätten innerhalb des vergangenen Jahres 2.500 Menschen angerufen, die helfen wollten. Viele engagierten sich trotz Familie und Vollzeitjob. Die Website sei mehr als 100 .00 Mal angeklickt worden. Wie viele Initiativen genau gegründet wurden, konnte Heise nicht sagen, aber es seien „Dutzende“.

          Informationsabende und Fortbildungen für ehrenamtliche Helfer

          Akkaya und Heise beraten die Menschen, die anrufen oder schreiben. „Einmal wollte eine Gruppe ein Tanztheaterprojekt mit Flüchtlingen organisieren“, sagte Akkaya. Sie und Heise sahen sich das Konzept an und gaben Tipps, wie es besser funktionieren könnte. Viele Initiativen unterstützten Asylbewerber beim Deutschlernen. Andere Helfer wollten einfach nur am Wochenende einen Ausflug mit Flüchtlingen machen. Auch das müsse koordiniert werden. Außerdem organisieren Akkaya und Heise Informationsabende und Fortbildungen für ehrenamtliche Helfer. Bisher haben 600 Menschen an den Kursen teilgenommen, bei denen der Umgang mit Traumata, interkulturelle Kommunikation und andere Grundkompetenzen vermittelt werden.

          Wichtig sei aber auch das Netzwerk, das „Frankfurt hilft“ bisher aufgebaut habe, sagte Heise. Die Organisatoren des Projekts arbeiteten unter anderem mit Beratungsstellen, kulturellen Institutionen und Bildungseinrichtungen zusammen. Als Nächstes sollen sich die einzelnen ehrenamtlichen Initiativen untereinander austauschen.

          Für das erste Projektjahr haben Stiftungen und Stadt mehr als 200.000 Euro bereitgestellt. Die Stiftungen wollen „Frankfurt hilft“ auch künftig finanzieren.

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