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Vereitelter Anschlag : Verdächtige von Oberursel nicht in Verfassungsschutz-Datei

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„Verdächtige von Oberursel nicht so auf dem Radarschirm gehabt“: Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen Bild: dpa

Das unter Terrorverdacht in Oberursel festgenommene Ehepaar hatte der Verfassungsschutz „nicht so auf dem Radarschirm“. Derweil ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft weiter.

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          Der Verfassungsschutz hatte das in Hessen unter Terrorverdacht festgenommene Ehepaar ursprünglich nicht in seinen Dateien mit Terrorverdächtigen. Man habe es bei dem Fall mit einer kleinen Personengruppe zu tun, „die wir als Nachrichtendienste nicht so auf dem Radarschirm hatten“, sagte der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, am Rande einer Tagung zum internationalen islamistischen Terrorismus in Berlin. Er bestätigte damit Informationen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Man könne in diesem Bereich nicht alle Fälle erkennen. „Wir brauchen die Wachsamkeit der Bürger.“

          Der 35 Jahre alter Deutschtürke und seine 34 Jahre alte türkische Ehefrau aus Oberursel im Taunus sitzen seit ihrer Festnahme in der Nacht zum Donnerstag in Untersuchungshaft. Die Ermittler waren dem Paar auf die Spur gekommen, nachdem es Ende März in einem Frankfurter Baumarkt eine größere Menge Wasserstoffperoxid gekauft hatte. Eine Mitarbeiterin des Baumarkts habe die Polizei informiert. Der Kauf der Chemikalie, die für Sprengsätze geeignet ist, ist meldepflichtig.

          Nachdem das Paar die Substanz unter Angabe falscher Personalien gekauft hatte, hob Maaßen die Bedeutung der Videoüberwachung in dem Baumarkt hervor. Die Bilder hätten es den Sicherheitsbehörden ermöglicht, die Verdächtigen zu identifizieren. Nach seiner Kenntnis habe einer der beiden mutmaßlichen Terrorplaner einen kriminellen Hintergrund und sei dadurch bei den Behörden bekannt gewesen.

          Keine Aussage zu angeblichen Syrien-Kontakten

          Die Ermittlungen gegen das terrorverdächtige Ehepaar aus Oberursel laufen weiter. Das sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt, Doris Möller-Scheu, ohne Details zu nennen. Die Beschuldigten äußerten sich weiter nicht zu den Vorwürfen. In ihrer Wohnung waren am Donnerstag eine funktionsfähige Rohrbombe, Waffen und Munition gefunden worden sowie Chemikalien, die mutmaßlich zum Bombenbau dienen sollten. Weil der Mann auffällig die Strecke eines Radrennens rund um Frankfurt erkundete, wurde die Veranstaltung für den 1. Mai abgesagt.

          Die Polizei versucht zu klären, ob das mutmaßlich salafistische Ehepaar allein handelte oder Komplizen hatte. Möller-Scheu äußerte sich aber nicht zu Medienberichten über angebliche Kontakte der Beschuldigten zu Islamisten und Syrien-Rückkehrern im Rhein-Main-Gebiet.

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