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: "Du mußt es zu Ende bringen"

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Lothar Leder: Macsenaere - an den Namen kann ich mich erinnern. Er ist gespeichert. Unter negativ. Es gibt nicht viele Leute, mit denen ich an einem Tisch saß, die mich zweimal geschlagen haben. Macsenaere: Das war in den Achtzigern ...

          Lothar Leder: Macsenaere - an den Namen kann ich mich erinnern. Er ist gespeichert. Unter negativ. Es gibt nicht viele Leute, mit denen ich an einem Tisch saß, die mich zweimal geschlagen haben.

          Macsenaere: Das war in den Achtzigern bei den Rheinhessenmeisterschaften und noch mal bei den deutschen. Aber ich war ja auch um einiges älter.

          FRAGE: Wie ging das los damals mit dem Triathlon?

          Macsenaere: Hawaii, der Ironman - das waren scheinbar unmenschliche Distanzen. Es war natürlich immer eine Faszination, es einmal nach Hawaii zu schaffen. Aber am Anfang war auch eine Kurzdistanz ziemlich spannend.

          Lothar Leder: Es gab schon bald Kader, Trainingsmethodik und solche Dinge. Aber meine ersten Eindrücke sind vom Abenteurer bestimmt. Du standest an der Startlinie und hast nicht gewußt, was dich erwartet. Ob du im See erfrierst, du hattest ja noch keinen Neoprenanzug, ob dein Fahrrad hält. Es ging ums Ankommen.

          FRAGE: Wie kamen Sie zum Triathlon?

          Lothar Leder: Ich kam vom Schwimmen.

          FRAGE: Da gibt es keine Abenteuer, oder?

          Nicole Leder: Höchstens mal im Becken einen Sprung in der Kachel.

          Lothar Leder: Als ich angefangen habe mit Triathlon, hat mein Schwimmtrainer gesagt, du bist verrückt, wie kannst du so einen Schwachsinn machen? 1985 oder 1986 habe ich ein Buch gekauft, über den ersten deutschen Triathleten auf Hawaii, Manuel Debus.

          Nicole Leder: Ich bin geschwommen, habe mit 16 aufgehört, wieder angefangen und bin im Verein dann mit den Triathleten geschwommen. Für die Triathleten ist das Schlimmste ja schon immer das Schwimmen gewesen, und dann hat der Trainer gesagt: Schwimmen kannst du, eigentlich kannst du den Rest ja auch mal versuchen.

          Macsenaere: Hawaii war völlig unerreichbar damals, völlig utopisch. Aber wir konnten Triathlon in Worms auch vor der Haustür betreiben.

          Lothar Leder: Ja, ich weiß noch, ich bin mal an den Silbersee in Worms gefahren habe geschaut und gesagt: Da starten die Triathleten, das war ja fast schon mythisch. Da schwimmen die, unvorstellbar. Und dann wollte ich mitmachen.

          FRAGE: Wie war es das erste Mal auf der Langstrecke?

          Lothar Leder: Ich habe mein ganzes Sparbuch leergeräumt und bin nach Neuseeland geflogen. Ich bin Elfter gewordenn und ein paar Minuten am Preisgeld vorbeigeschrammt, da hatte mich der Virus gepackt. Ich habe damals noch auf der Bank gearbeitet und mir ausgerechnet, wenn ich mich anstrenge, kann ich mit Triathlon mein Geld verdienen. Das war mein Traum. Da ging es los, und dann hat es kein Ende mehr genommen.

          Macsenaere: Das ist interessant. Sie sind über den Abenteuergedanken, das Schnuppern dazugekommen. Und dann, nach einigen Jahren und einigem Erfolg, kam dann eine neue Art von Motivation hinzu: Geld.

          Lothar Leder: Ich komme von ziemlich weit unten. Aus einem Dorf in Rheinhessen. Ich hatte noch nie den Frankfurter Flughafen gesehen. Das war Wahnsinn, als ich das erste Mal mit meiner Radkiste nach Auckland flog. Ich bin wie auf einer Wolke geflogen. Da sind Träume wahr geworden.

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