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Druck auf Papst Franziskus wächst : Bischöfe fordern Entscheidung über Tebartz-van Elst

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Noch keine Antwort des Vatikans zum Untersuchungsbericht über sein Bistum: Franz-Peter Tebartz-van Elst. Bild: dpa

Der Untersuchungsbericht zum Skandal um den Limburger Bischofssitz liegt im Vatikan auf dem Tisch. Aber die Entscheidung über Bischof Tebartz-van Elst lässt weiter auf sich warten. Die Bischöfe werden ungeduldig.

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          In der katholischen Kirche wächst der Druck auf Papst Franziskus, den bislang geheim gehaltenen Bericht über den Limburger Bau-Skandal herauszugeben und über die Zukunft von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst zu entscheiden. „Ich bin fest überzeugt, dass möglichst bald dieser Bericht veröffentlicht werden muss“, sagte der Mainzer Bischof Karl Lehmann laut einem Zeitungsbericht des „Kölner Stadt-Anzeigers“. Zuvor hatte unter anderem auch der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch eine schnelle Entscheidung des Papstes gefordert - „im Interesse aller Beteiligten“, wie Zollitsch gesagt hatte.

          Es gibt viele Gründe, warum er nicht zurückkommen kann, sagte der Mainzer Kardinal Karl Lehmann.
          Es gibt viele Gründe, warum er nicht zurückkommen kann, sagte der Mainzer Kardinal Karl Lehmann. : Bild: dpa

          Tebartz-van Elst wird die Verantwortung für die ausufernden Kosten beim Bau des Limburger Bischofssitzes zugeschrieben. Der Papst hatte ihm im vergangenen Oktober eine Auszeit außerhalb des Bistums verordnet.

          Bistums-Ausgaben werden offengelegt

          Offen bezweifeln auch mehrere Bischöfe eine Rückkehr des Limburger Bischofs in sein Bistum. „Ich halte eine Rückkehr für nicht realistisch“, hatte der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, am Mittwoch in Ulm gesagt. Auch Lehmann zeigte sich skeptisch: „Es gibt viele Gründe, warum er nicht zurückkommen kann“, sagte der Kardinal. Bereits im Februar hatte es sein Trierer Amtsbruder Stephan Ackermann für fraglich gehalten, ob Tebartz-van Elst auf seinen Bischofsstuhl zurückkehren kann. „Ich nehme eine große Entfremdung zwischen Bischof und Bistum wahr“, hatte Ackermann damals der Mainzer „Allgemeinen Zeitung“ gesagt.

          Das Limburger Bistum kündigte am Freitag an, das Vermögen und die Ausgaben der Diözese noch vor der Sommerpause offenzulegen. Der Schritt war bereits im Dezember angekündigt worden. Nun hätten die Verwaltungsgremien die Veröffentlichung beschlossen, teilte ein Bistumssprecher mit. Die bischöflichen Vermögenswerte würden noch zusammengestellt und in der zweiten Jahreshälfte veröffentlicht. Als Konsequenz aus dem Limburger Skandal hatten die meisten Diözesen bereits vor Monaten die bischöflichen Vermögenswerte offengelegt.

          „Mit dieser Entscheidung geht das Bistum Limburg nach der bereits erfolgten Veröffentlichung des Budgets und der Verwendung der Kirchensteuer einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zur größtmöglichen Transparenz in finanziellen Angelegenheiten“, sagte Finanzdezernent Gordon Sobbeck. Unter Führung des derzeit beurlaubten Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst waren unter anderem die Kosten der neuen Residenz auf mindestens 31 Millionen Euro gestiegen. Die Ausgaben waren zuletzt von einer Kommission der Deutschen Bischofskonferenz geprüft worden, deren Bericht dem Vatikan vorliegt. Über die Zukunft des Bischofs muss nun der Papst entscheiden.

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