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Drohnenbilder : Offenbach für Überflieger

Historisch: Das Büsingpalais wurde nach dem Krieg erhalten und zum Teil wieder aufgebaut. Bild: Bernd Georg

In der kleinen Großstadt bei Frankfurt ist viel in Bewegung. Oft lässt sich erst von oben erkennen, was sich verändert. Eine ungewohnte Perspektive bieten die Drohnenbilder des Offenbacher Fotografen Bernd Georg.

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          Viele Gebäude in Offenbach, die den Zweiten Weltkrieg überstanden hatten, hielten den Eifer späterer Stadtplaner nicht aus. Diese wollten Offenbach vor allem zur auto- und verkehrsgerechten Stadt machen. Das ursprünglich Ende des 18. Jahrhunderts von den Schnupftabakfabrikanten Bernard und d’Orville erbaute Büsingpalais wurde im Krieg teilweise zerstört, aber später wieder aufgebaut. Direkt dahinter liegt der Bernardbau, ursprünglich eine Produktionsstätte für Schnupftabak. Heute findet sich darin unter anderem das Haus der Stadtgeschichte. Im Hintergrund rechts ist das rötlich gefärbte Isenburger Schloss zu sehen, das derzeit noch zur Hochschule für Gestaltung gehört.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

          Einen brutalen Kontrast zu den alten architektonischen Schönheiten der Stadt bilden die Gerippe zweier Hochhäuser der Siemens-Kraftwerksparte am Kaiserlei, die auf dem Bild über diesen Zeilen zu sehen sind. Hier entstehen nun vor allem möblierte Apartments. Als Mieter schweben den Investoren vor allem Geschäftsleute vor, die nur für eine begrenzte Zeit im Rhein-Main-Gebiet tätig sind. Spektakulär an diesem von der CG-Gruppe entwickelten Projekt: Aus einem der beiden Hochhäuser wurde in der Mitte ein gewaltiges Stück herausgetrennt, um mehr Fensterflächen und helle Apartments zu haben.

          Es wird unentwegt gebaut

          Firmenchef Christoph Gröner sagt im Gespräch, er habe etwas Derartiges schon vor vielen Jahren in Asien gesehen und für nachahmenswert befunden. Gebaut wird in Offenbach derzeit fast überall, nicht nur in und an den Siemens-Türmen, sondern am gesamten Kaiserlei, wo Deutschlands größter Kreisel einer aufwendig zu bauenden, aber sehr viel leistungsfähigeren Verkehrsanbindung in alle Richtungen weicht.

          Besonders stolz sind die Offenbacher auf ihren neuen Hafen mit vielen durchaus mondän zu nennenden Wohnungen, aber auch mit solchen für ein kleineres Budget. Dort wird die Hochschule für Gestaltung den Platz bekommen, den sie braucht, um sich als renommierte Kunstschule ganz oben in der kreativen Szene zu halten. Neu gebaut wird auch am Spessartring in Offenbach: ein neues Polizeipräsidium. Was die Skyline betrifft, kann Offenbach allerdings nicht mit dem Nachbarn mithalten.

          Am Spessartring in Offenbach wird ein neues Polizeipräsidium gebaut. Bilderstrecke

          Da ist das Rathaus, das als Beispiel für den Baustil des Brutalismus gilt, der sich seit den fünfziger Jahren entwickelt hat. Der Name geht auf das französische Wort „brut“ für roh zurück. Der Beton brut sollte Besuchern offen und unverfälscht zeigen, woraus das Haus gebaut wurde. Rechts daneben das Haus der Wirtschaft, links der Citytower – und das war es dann auch schon mit der Skyline.

          Aus der Luft lässt sich übrigens auch erkennen, wie grün Offenbach vielerorts ist. Da gibt es beispielsweise den Schultheißweiher, den die Offenbacher lieben. Wer einmal am frühen Morgen dort war, weiß, warum das so ist. Der ehemalige Baggersee ist inzwischen Naturschutzgebiet, in dem man seltene Tiere und Pflanzen beobachten kann. Allerdings hat der Flachsee keinen Zu- und Abfluss. Sein Wasser erwärmt sich bis in die maximale Tiefe von drei Metern vergleichsweise schnell, was das Wachstum von Blaualgen begünstigt. So muss bisweilen aus Sicherheitsgründen ein Badeverbot ausgesprochen werden.

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