https://www.faz.net/-gzg-9laj8

Drohnen am Flughafen : Gefährliche Provokationen

  • -Aktualisiert am

Der Frankfurter Flughafen sucht nach Abwehrsystemen gegen Drohnen (Symbolbild). Bild: dpa

In der Bevölkerung erfreuen sich Drohnen immer größerer Beliebtheit. Mit ihrer Zahl steigen aber auch die Regelverstöße. Dies stellt den Frankfurter Flughafen vor Probleme.

          Ein wenig erinnert es an das gute alte Drachensteigenlassen, aber auch an Szenen aus Star Wars. Wenn Drohnen mit einem Netz andere, „böse“, Drohnen fangen, staunt der Laie, der Fachmann wundert sich schon längst nicht mehr. Die Technik, wie man dieser neuen Bedrohung aus den Lüften Herr werden könnte, ist schon ziemlich ausgefeilt.

          Aber es sind eben erst Fingerübungen. Die Fertigstellung praxistauglicher Systeme wird noch geraume Zeit benötigen. Dabei würden sie möglichst schnell gebraucht, um die Gefahren zu bannen, die von dieser sich rasant vermehrenden Spezies unbemannter und oft auch unbekannter Flugobjekte ausgehen. Zwar ist das meiste bisher nur schwarze Theorie: Terrorangriffe, die mit Drohnen ausgeführt werden könnten, indem sie in Kernkraftanlagen, über Krankenhäusern oder Open-Air-Konzerten eine Sprengladung zünden. Aber es handelt sich eben auch schon um ein handfestes Risiko, wenn die Multikopter die Routen der Jumbos kreuzen.

          Wie bei fast jeder technischen Weiterentwicklung stellt sich die Frage, ob der Fluch des möglichen Missbrauchs nicht mehr als wettgemacht wird durch den Segen, der mit ihr verbunden sein kann. Etwa, indem auf diese Weise dringend benötigte Medikamente in Erdbebengebiete gebracht werden und indem sich nachschauen lässt, wo sich ein Brandherd befindet oder wo Wälder aufgeforstet werden müssen. Für den Privatgebrauch bieten die grazilen Fluggeräte tolle Möglichkeiten: jeder kann die Kamera über Landschaften und Seen rasen lassen oder sich selbst beim Joggen oder Skifahren filmen.

          Immer mehr Regelverletzungen

          Im allzu sorglosen Umgang mit dem neuen Spielzeug liegt nicht das kleinste Risiko. Zwar gibt es Flugverbotszonen, Meldeauflagen und ab einer gewissen Gewichtsklasse sogar die Pflicht, eine Art Führerschein zu machen. Aber weil der Massenartikel Drohne so günstig zu erwerben und leicht zu handhaben ist, wächst auch die Zahl derer, die auf Regeln pfeifen. Und einigen bereitet es wohl Spaß, sich am Rande einer Katastrophe zu bewegen.

          Ein paar Drohnen mögen aus Versehen zu nahe an Flughäfen geraten sein, die meisten der Vorfälle sind aber mindestens gezielte Provokationen. Ein Weltflughafen wie der in Frankfurt reagiert äußerst sensibel auf Störungen, gerade in Zeiten, in denen die Belastung ohnehin hoch ist. Wenn sich Zwischenfälle wie am Freitag mehren, dann könnte das ein ungemütlicher Sommer werden.

          Helmut Schwan

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Die Festspiele nach Wedels Abschied

          Bad Hersfeld : Die Festspiele nach Wedels Abschied

          Die Sex-Affäre des ehemaligen Intendanten Dieter Wedel ist in Bad Hersfeld kein Thema mehr. Die Festival-Stadt setzt ihre Hoffnungen auf den Nachfolger Joern Hinkel. Der hat große Ambitionen.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.