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Drohnen : Ferngesteuerte Belästigung aus der Luft

  • -Aktualisiert am

Das fliegende Auge: Eine Drohne im Einsatz Bild: Michael Kretzer

Die Zahl der Drohnen nimmt seit Jahren stark zu. Und immer öfter beschweren sich Bürger, die sich gestört fühlen oder Angst vor den ferngesteuerten Fluggeräten haben.

          Der Fall sorgt in den sozialen Netzwerken für einiges Aufsehen: Eine Hundebesitzerin aus Taunusstein ist vor zwei Wochen beim Spazierengehen mehrfach von einer Drohne verfolgt worden – und konnte das Fluggerät schließlich erst durch einen Steinwurf vertreiben. Vom Piloten des ferngesteuerten Fluggeräts fehlt bis heute jede Spur. Der Vorfall ist aber offenbar kein Einzelfall, denn die Stadt Taunusstein hat sich jetzt an die Bürger gewandt und die Besitzer von Drohnen aufgefordert, sich an die geltenden Vorschriften zu halten.

          „Seit etwa zwei Monaten stellen wir eine Zunahme der Vorfälle mit Drohnen fest“, sagt Jennifer Hicker von der Gefahrenabwehrbehörde der Stadt. Immer öfter riefen besorgte Bürger bei der Behörde an und meldeten, Drohnen beobachtet zu haben oder von diesen sogar belästigt worden zu sein. Manche der Anrufer hätten Angst vor den Fluggeräten, sagt Hicker und rät Bürgern, sich im Fall der Fälle so schnell wie möglich bei der Stadt zu melden. „Dann kann ich die Ordnungspolizei sofort zu der Stelle schicken, damit der Drohnenlenker ausfindig gemacht werden kann.“ Viele Betroffene meldeten sich jedoch leider zu spät, dann sei es kaum noch möglich, die verantwortliche Person ausfindig zu machen. In den Fällen, in denen es der Ordnungsbehörde gelungen ist, die Drohnenpiloten zu entdecken, wurden laut Hicker zum Teil Flugverbote und Ermahnungen ausgesprochen. „Das hat bis jetzt gereicht, eine Strafanzeige mussten wir bisher noch nicht stellen.“

          Nicht alle Drohnenflüge illegal

          Der Umgang mit dem Thema ist für die Stadt Taunusstein nicht ganz einfach, schließlich sind nicht alle Drohnenflüge illegal. „Wir haben auch immer wieder gewerbliche Einsätze von Drohnen, etwa wenn diese Baugrundstücke aus der Luft fotografieren. Das ist dann durchaus erlaubt“, sagt Hicker. Damit es erst gar nicht zu Missverständnissen kommt, empfiehlt sie, jeden gewerblichen Flug entweder bei der Stadt oder bei der Polizei anzumelden.

          Die Taunussteiner Gefahrenabwehrbehörde klärt ihre Bürger auch über die legalen Flugmöglichkeiten für Drohnen auf. Diese sind in der sogenannten Drohnenverordnung des Bundesverkehrsministeriums (siehe Kasten) geregelt. „Es geht uns auch darum, den Menschen die Angst vor den Drohnen zu nehmen“, sagt Hicker, die in der Vergangenheit immer wieder beobachtet hat, dass Bürger „wie panisch“ anriefen, weil sie eine Drohne gesehen hätten. Wie viele Beschwerdeanrufe es in den vergangenen zwei Monaten bei der Stadt gegeben hat, will sie allerdings nicht sagen. Nur so viel: Es gebe einen eindeutigen Trend.

          Bisher keine Anzeigen

          Das kann das Polizeipräsidium Westhessen in Wiesbaden, das auch für den Rheingau-Taunus-Kreis zuständig ist, so nicht bestätigen. Nach Auskunft eines Sprechers liegen derzeit keine Anzeigen von Menschen vor, die sich durch Drohnen belästigt gefühlt hätten. Auch in der jüngeren Vergangenheit seien keine Fälle dieser Art registriert worden. Tatsächlich nimmt die Zahl der Drohnenflüge bundesweit stark zu. Die Deutsche Flugsicherung hatte die Zahl der privaten Drohnen vergangenes Jahr in Deutschland auf rund 400000 geschätzt und eine starke Zunahme der Flüge prognostiziert. Auf jeden Fall illegal ist es allerdings, ein Flugobjekt auf eigene Faust vom Himmel zu holen. „Das wäre Sachbeschädigung“, warnt Behördensprecherin Hicker. Und der Sprecher des Polizeipräsidiums in Wiesbaden ergänzt: „Das dürfen Sie keinesfalls machen, sonst wird sofort der Staatsanwalt aktiv.“

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