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Drogenkonsum : Mehr Jugendliche rauchen Cannabis

  • -Aktualisiert am

Drogenkonsum unter Jugendlichen: Jeder Fünfte hat einen riskanten Cannabis-Konsum. Jedoch stieg das Alter an, indem sie erstmals Drogen ausprobieren. Bild: F.A.Z.

Laut einer Umfrage probieren junge Leute Drogen später aus. Doch Glücksspiele sind beliebter geworden.

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          Der Konsum von Cannabis unter Frankfurter Jugendlichen hat 2012 deutlich zugenommen. Laut einer Umfrage von Forschern der Goethe-Universität haben fast 40 Prozent der 15 bis 18 Jahre alten Schüler schon mindestens einmal einen Joint geraucht. Sieben Prozent gaben demnach an, im vergangenen Monat mindestens zehnmal Cannabis geraucht zu haben. Diese Zahlen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um vier beziehungsweise drei Prozentpunkte. Aus dem Bericht geht aber auch hervor, dass Jugendliche legale und illegale Drogen heute später ausprobieren als noch vor zehn Jahren: Statt durchschnittlich mit 12,9Jahren trinken sie zum Beispiel heute erst mit 13,6 Jahren zum ersten Mal Alkohol. „Je früher Jugendliche Drogen ausprobieren und kontinuierlich konsumieren, desto größer ist die Gefahr, dass sie zu riskanten Nutzern werden“, sagte Regina Ernst, die Frankfurter Drogenbeauftragte, gestern bei der Vorstellung der Studie.

          Zum elften Mal hatten die Wissenschaftler des „Centre for Drug Research“ 1500 repräsentativ ausgewählte Schüler befragt. Diese Umfrage sei weiterhin bundesweit einmalig, sagte Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig (Die Grünen). Mit den Ergebnissen sei es möglich, „gefühlte Trends“ mit belastbaren Zahlen zu belegen oder zu widerlegen. Dass etwa sogenannte Legal Highs an Bedeutung gewönnen, gehe aus den Zahlen nicht hervor. Ihnen zufolge haben lediglich sieben Prozent der Jugendlichen die Kräutergemische mit cannabisähnlichen Substanzen ausprobiert, nur wenige Minderjährige konsumieren sie regelmäßig.

          Jugendschutz oft nicht beachtet

          Sorge macht Heilig und dem Drogenreferat die Tatsache, dass die Jugendlichen weiterhin Kioske und Kneipen als wichtige Bezugsquellen für hochprozentigen Alkohol und Tabak angeben. Zudem beachten offenbar viele Spielhallen nicht das Jugendschutzgesetz und lassen die Minderjährigen an die Automaten. „Die Spielhöllen können wir leider nicht einfach verbieten“, sagte Heilig. Daher müssten Kontrollen des Ordnungsamts zum Erfolg führen.

          Jeder zehnte Befragte gab an, mindestens einmal in der Woche an Automaten zu spielen, auf Sportereignisse zu wetten oder um Geld zu pokern. Vor allem Jungen sind dafür zu begeistern. Unter ihnen hat jeder Fünfte regelmäßig mit Glücksspielen zu tun.

          Riskanter Konsum bei jedem Fünften

          Als gutes Zeichen werten Stadträtin Heilig und Drogenreferentin Ernst die Entwicklung der Abstinenzler: Jeder zehnte Befragte gab an, bisher keinerlei legale oder illegale Droge ausprobiert zu haben. Diese Zahl stieg um drei Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl derjenigen, die häufig und intensiv Alkohol tranken, sank. Gleichzeitig legten aber 19 Prozent der Jugendlichen einen riskanten oder intensiven Konsum einer legalen oder illegalen Droge an den Tag. Das bedeutet, dass sie in den vergangenen 30 Tagen häufig kifften oder rauchten, oft Alkohol tranken oder mehrfach „harte Drogen“ konsumierten. Etwa genauso viele Befragte bezeichneten sich selbst als abhängig, die meisten von Tabak.

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