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Drogen : Ein Netzwerk könnte Kindern aus Suchtfamilien helfen

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Wenn Drogen, Tabletten oder andere Suchtmittel im Haushalt auftauchen, sind auch die Kinder mitunter beeinträchtigt. Bild: dapd

Viele Kinder in Hessen leben in einem Zuhause, in dem die Eltern trinken, Drogen oder Tabletten nehmen. Ein unhaltbarer Zustand, warnen Experten. Sie fordern mehr Aufmerksamkeit für den Nachwuchs.

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          Etwa 220 000 Kinder und Jugendliche in Hessen leben nach Expertenangaben in Familien mit Suchtkranken. Der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen (HLS) zufolge gibt es zwar mehrere Hilfsprojekte für den Nachwuchs drogen-, alkohol- oder medikamentenabhängiger Eltern - doch reiche das noch nicht. „Es sind mehr Angebote nötig“, sagt der HLS-Geschäftsführer Wolfgang Schmidt-Rosengarten. Allerdings: „Wir haben gute Ansätze, und die Situation ist besser als vor zehn Jahren.“

          Zwar gebe es zum Beispiel in Marburg, Bad Homburg, Frankfurt und Kassel Einrichtungen, die sich speziell an betroffene Kinder und Jugendliche richten. Zudem kümmerten sich die mehr als 80 Suchtberatungsstellen in Hessen um die Familien. „Da stehen in der Regel aber die Erwachsenen im Mittelpunkt“, sagte Schmidt-Rosengarten.

          „Das Thema Sucht ist mit einem großen Schweigegebot belegt“

          Zu den Angeboten für Kinder gehören etwa die Gesprächs- und Spieltherapien der Marburger Beratungsstelle „Drachenherz“ des Blauen Kreuzes, die es seit fünf Jahren gibt. Das Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe in Bad Homburg bietet Therapien mit Tieren an. Einen auf die ganze Familie gerichteten Ansatz verfolgt das Therapiedorf „Villa Lilly“ in Bad Schwalbach (Rheingau-Taunus-Kreis), wo drogenabhängige Eltern ihren Nachwuchs mitbringen können.

          Nach Ansicht des Diplom-Pädagogen Stefan Stark von „Drachenherz“ werden die betroffenen Kinder viel zu oft mit ihren Problemen alleine gelassen. „Das Thema Sucht ist mit einem großen Schweigegebot belegt, so dass es sehr schwierig ist, an die Kinder heranzukommen“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Er wünschte sich generell mehr Aufmerksamkeit für die Betroffenen: „Es ist wichtig, ein breites Netzwerk aufzubauen und das Thema so mehr ins Bewusstsein zu rücken.“

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