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Drittes Geschlecht an Schulen : Eine Toilette ohne jede Diskriminierung

Unisex: Geschlechtsneutrale Toiletten in der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen Bild: Getty

Unter Schülern gibt es nicht nur Mädchen und Jungen. Müssen Klos und Umkleiden deshalb umgebaut werden? Eine heikle Frage – bei der es auch um viel Geld geht.

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          Für den Frankfurter Stadtschulsprecher Paul Harder ist die Debatte um diskriminierungsfreie Schultoiletten nicht nur Theorie. An seiner vorherigen Schule, einem Mittelstufengymnasium im Stadtteil Höchst, habe es einen transsexuellen Mitschüler gegeben, erzählt der Fünfzehnjährige. Dem äußeren Anschein nach weiblich, dem eigenen Empfinden nach aber männlich, habe sich der Schüler das Recht erstritten, auf die Jungen-Toilette zu gehen. Vor und nach dem Sport habe er aber die Mädchen-Umkleide nutzen müssen.

          Matthias Trautsch

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Zurückgehend auf eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ist es seit Beginn dieses Jahres möglich, im Geburtenregister außer „männlich“ oder „weiblich“ die Geschlechter-Option „divers“ anzugeben, in den meisten Stellenanzeigen steht hinter der Berufsbezeichnung nicht mehr nur „m/w“, sondern „m/w/d“. Der Bewusstseinswandel, der darin zum Ausdruck kommt, hat auch die kommunalen Schulträger erreicht. Am weitesten in dieser Hinsicht sind offenbar die bayerischen Gemeinden. In Pullach ist geplant, eine neue Grundschule und eine Mittelschule mit Toiletten für das dritte Geschlecht auszustatten. Auch in Garching und Taufkirchen gibt es entsprechende Vorhaben, in München beschäftigt sich eine Koordinierungsstelle mit der Frage, wie man Schulgebäude so gestalten kann, dass sich niemand aufgrund seiner Geschlechtsidentität ausgeschlossen fühlt.

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