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Dritter Fund in vier Wochen : Weltkriegsbombe wird Montag entschärft

Nummero drei: In Bockenheim ist nun zum dritten Mal in diesem Monat eine Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Auf dem Bild zu sehen ist die Bergung der ersten Bombe am 5. Mai 2013. Bild: dpa

Bereits zum dritten Mal innerhalb eines Monats muss das Gebiet um die Baustelle in Frankfurt-Bockenheim evakuiert werden, weil eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden ist.

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          Für die Anwohner rund um die Baustelle des St. Martin Tower in Frankfurt-Bockenheim klang die Nachricht wie ein schlechter Scherz. Schon wieder müssen sie ihre Häuser verlassen, weil zum dritten Mal innerhalb eines Monats eine Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden war. Weil der Sprengkörper wegen des Wolkenkratzerfestivals erst am Montag entschärft wird statt wie zuvor an einem Sonntag, betrifft die Evakuierung diesmal auch Mitarbeiter ansässiger Firmen und Ladeninhaber.

          Katharina Iskandar
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nicht zuletzt deshalb geht mit der Verärgerung vieler Anwohner und Geschäftsleute die Frage einher, warum das Gebiet nicht vor Baubeginn gründlich abgesucht wurde. Dann, so argumentieren sie, hätte man alle Blindgänger auf einmal entschärfen können und müsste nicht jedes Mal wieder das gesamte Viertel sperren.

          Bombenfunde verzögern den Bauplan

          Eine gründliche Sondierung habe es gegeben, teilte gestern der Bauherr, die Hansa AG mit Sitz in der Schweiz, auf Anfrage mit. Es seien mehrere geologische Prüfungen vorgenommen worden. Daran hätten sich auch Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes beteiligt. Nach dem Fund der ersten Bombe seien noch einmal Kampfmittelexperten hinzugezogen worden.

          Alle Bomben auf einmal zu erfassen sei aber nicht möglich gewesen, wenngleich es „gut und sicherlich in aller Seiten Interesse“ gewesen wäre, denn mit jedem Bombenfund ruhe die Baustelle erst einmal. „Das sind viele Tage, welche sowohl den Bauherren als auch die Baufirma viel Geld kosten. Ob schlussendlich der zeitliche Verlust aufgeholt werden kann, ist noch fraglich.“

          Der Kampfmittelräumdienst des Regierungspräsidiums Darmstadt bestätigte gestern, dass es auf diesem Areal nicht möglich sei, alle Blindgänger auf einmal zu finden. Zum Zeitpunkt der Sondierungen habe auf der Baustelle noch so viel Abrissmaterial gelegen, dass das Echolot nicht alles, was im Erdreich liege, habe erfassen können, sagte eine Sprecherin. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass auch diese Bombe nicht die letzte war.“

          Für Historiker und Mitarbeiter des Stadtvermessungsamtes sind die jüngsten Bombenfunde von erheblichem Interesse. Endlich, so sagen sie, hätten sie Gelegenheit, vorhandenes Kartenmaterial mit realen Fundorten abzugleichen.

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