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Frankfurt : Drei neue Hallenbäder in Sicht

Teurer Spaß: Der Betrieb des Panoramabades kostet viel Geld. Bild: Klein, Nora

Das Rebstockbad wird wohl abgerissen, das Panoramabad zieht um, und für den Leistungssport könnte ein Schwimmzentrum entstehen. Damit würden langjährige Forderungen der Vereine erfüllt.

          Dass das Rebstockbad seine besten Zeiten hinter sich hat, ist unübersehbar. Schon seit 2014 ist die Rückseite des Freizeitbads eingerüstet. Die Behelfskonstruktion vor der riesigen Glasfront stützt das Dach und macht so einen Weiterbetrieb überhaupt möglich. Die 1982 eröffnete „Schwimmoper“, damals eines der ersten Erlebnisbäder in Deutschland, ist an allen Ecken und Enden marode. Vom Sockel über die Fliesen und die Fassade bis zu den Holzbalken unter dem geschwungenen Dach – mehr als 20 Millionen Badegäste haben der Bausubstanz so zugesetzt, dass Sportdezernent Markus Frank (CDU) schon im Sommer der Auffassung war, dass eine Sanierung wegen der unabwägbaren Risiken und Komplikationen einem „Blindflug“ gleichkäme.

          Matthias Trautsch

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Trotzdem ließen die städtischen Bäderbetriebe, deren Aufsichtsratsvorsitzender Frank ist, mehrere Varianten durchspielen, wie die bauliche Zukunft des Rebstockbads gesichert werden könnte. Nachdem das Ergebnis der Machbarkeitsstudie nun vorliegt, hat sich der Aufsichtsrat in seiner letzten Sitzung des Jahres für einen Neubau entschieden. Der würde zwar rund 86 Millionen Euro kosten, sei damit aber immer noch billiger als eine Sanierung. Wenn die Stadtverordneten dieser Einschätzung folgen – eine Beschlussvorlage lässt Frank derzeit erstellen –, dann könnte der Altbau abgerissen und ersetzt werden. Als Bauzeit veranschlagt der Sportdezernent drei Jahre, in dieser Zeit könnte eine Traglufthalle über dem Hausener Freibad den Schwimmern als Ersatz dienen.

          Das Rebstockbad ist das größte und teuerste, aber nicht das einzige Hallenbad-Bauprojekt der nächsten Jahre. Auch das Panoramabad in Bornheim gilt nach 27 Jahren Betrieb als nicht mehr zu sanieren – jedenfalls nicht mehr zu vertretbaren Kosten. Bis 2022 soll am Festplatz am Ratsweg ein mehrstöckiger Neubau entstehen, bis dahin soll an der Inheidener Straße der Betrieb weitergehen. Ein Vorteil des neuen Standorts ist die Nachbarschaft zur Eissporthalle, die zu Synergieeffekten und somit sinkenden Betriebskosten führen soll; unter anderem ist geplant, das gebrauchte Wasser aus dem Hallenbad für die Eisbahn zu verwenden. Zur kommunalen Gesamtkalkulation gehört auch, dass die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG das Grundstück an der Inheidener Straße übernimmt und dort Wohnungen errichtet.

          Gemeinsamer Neubau für Leistungssportler und Schüler?

          Noch den Status einer Absichtserklärung haben die Pläne der Bäderbetriebe und der Goethe-Universität, ein Schwimmzentrum auf dem Sportcampus in Ginnheim zu eröffnen. Auch die Schwimmhalle der Hochschule ist in die Jahre gekommen, und ein gemeinsam genutzter Neubau hätte für die Bäderbetriebe den Vorteil, dass sie in ihren Freizeitbädern weniger Bahnen für Leistungssportler freihalten müssten. Damit würde die Stadt auch den jahrelangen Forderungen der Schwimmvereine nach geeigneten Trainingsstätten entgegenkommen.

          Während die meisten Freizeitbäder nur 25-Meter-Bahnen haben, brauchen die Vereine zur Vorbereitung und Ausrichtung von Wettkämpfen 50-Meter-Bahnen. Als Vorbild für das Schwimmzentrum gilt das Langwasserbad in Nürnberg, in dem es durch Hubbrücken und mobile Wände getrennte Schwimmbecken gibt, so dass je nach Bedarf Kurz- und Langbahnen zur Verfügung stehen. Ein erster Entwurf sieht außerdem zwei Nichtschwimmer- und ein Sprungbecken, eine Tribüne, Sammelumkleiden, ein Foyer und einen Lehrraum vor.

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          Als dritter Nutzer neben Universität und Vereinen kämen die Schulen in Frage. Unter anderem die Ernst-Reuter-Schule und die Liebigschule, deren Bäder in die Jahre gekommen sind, könnten die Bahnen auf dem nicht allzu weit entfernten Sport-Campus nutzen. Geht es nach dem Willen der FDP-Stadtverordneten, dann sollte das Schwimmsportzentrum auch einen Zehn-Meter-Turm haben. Die bisher vorliegenden Pläne der Bäderbetriebe sähen nur einen Fünf-Meter-Turm vor, monieren die Liberalen. Das aber wäre nach ihrer Ansicht eine verschenkte Chance. Einen Zehn-Meter-Turm gebe es in Frankfurt und der Umgebung nur im Stadionbad, wo die Springer lediglich im Sommer trainieren könnten. Im Winter müssten Sportler aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet nach Köln fahren, wo es überdachte Trainingsmöglichkeiten gebe.

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