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Nach Razzia gegen Osmanen : Drei Männer in Untersuchungshaft

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In Untersuchungshaft: Drei der am Mittwoch festgenommenen Männer aus dem Rockermilieu durften nicht wieder gehen - zwei von ihnen wurden bei Frankfurt festgesetzt. Bild: Helmut Fricke

Bei einer Razzia im Rockermilieu in mehreren Bundesländern hat es am Mittwoch sieben Festnahmen gegeben. Zwei Männer wurden bei Frankfurt festgenommen und sitzen nun in U-Haft.

          Nach der groß angelegten Razzia im Rockermilieu gegen die als türkisch-nationalistisch geltenden Osmanen sitzen drei Männer in Untersuchungshaft. Zwei von ihnen sollen Anfang August einen Handgranaten-Anschlag auf ein Shisha-Café in Saarbrücken begangen und der dritte den Auftrag dazu gegeben haben, wie die Staatsanwaltschaft in Saarbrücken am Freitag berichtete. Dem Anschlag vorangegangen waren Auseinandersetzungen zwischen den Osmanen und den kurdischen Bahoz.

          Die anderen vier Männer, die am Mittwoch festgenommen wurden, seien wieder auf freiem Fuß, teilte die Staatsanwaltschaft in Darmstadt mit. Wie viele Waffen, Betäubungsmittel und Unterlagen bei der Razzia in sechs Bundesländern sichergestellt wurden, sei noch nicht klar. Der hessische Landespolizeipräsident Udo Münch hatte direkt nach der Razzia gesagt, in den 50 Räumen seien Speichermedien, Schusswaffen, Munition, Drogen und Bargeld in Höhe von etwa 53 000 Euro sichergestellt worden. „Jetzt liegt ein großer Berg Arbeit vor uns“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Darmstadt. „Das ist ein sehr aufwendiges Verfahren.“

          Durchsuchungen als Botschaft

          Den beiden in Dietzenbach bei Frankfurt festgenommenen U-Häftlingen wird versuchter Mord vorgeworfen. Es handelt sich laut Staatsanwaltschaft um einen 22 Jahre alten Mann mit türkischem und italienischem Pass sowie um einen 21 Jahre alte Türken. Der mutmaßliche Anstifter des Anschlags soll ein 28 Jahre alter Kongolese sein, der im saarländischen Homburg festgenommen wurde. Auch er sitzt in U-Haft.

          Schwerpunkt der bundesweiten Aktion mit rund 1500 Polizisten war Hessen, wo nach Angaben des Landeskriminalamtes an 16 Orten Wohnungen und andere Räume durchsucht wurden. In Dietzenbach im Kreis Offenbach haben die Osmanen ihre Zentrale, das sogenannte World Chapter. Die saarländischen Ermittlungsbehörden hatten die drei wegen des Anschlags festgenommenen Männer schon länger im Visier und sich der Razzia der Hessen angeschlossen.

          Ziel war es nach Angaben von Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU), Beweismittel zu finden, die Strukturen der Organisation aufzuhellen und Täter zu ermitteln. Er sprach von einem „sorgfältig geplanten Schlag gegen die Organisierte Kriminalität in der Bundesrepublik“. Von den Durchsuchungen solle eine klare Botschaft ausgehen: „Egal in welcher Kutte Kriminelle glauben, sich in unserem Land betätigen zu können, wir werden gemeinsam mit aller Härte des Rechtsstaats gegen sie vorgehen.“ Der saarländische Innenminister Klaus Bouillon (CDU) sagte, es sei gelungen, die Strukturen der Osmanen im Saarland zu zerschlagen.

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