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Dozent beschuldigt Goethe-Uni : „Hysterische Angst vor der Europawahl“

Erregt Aufsehen: Egbert Jahn,Politologe, schlägt vor, eigene Städte für Flüchtlinge zu bauen. Bild: Ufuk Ucta

Ein Dozent glaubt, die Goethe-Uni habe wegen unliebsamer Äußerungen zu Flüchtlingen seine Homepage vom Netz genommen. Die Hochschule stellt den Fall anders dar.

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          Ein Rechter will Egbert Jahn nicht sein. Seine Gesinnung beschreibt der Politikwissenschaftler auf Nachfrage mit dem Wortpaar „sozialdemokratisch-grün“. Er sei auch mit seinen 77 Jahren nicht zum Renegaten geworden, beteuert er. Tatsächlich liest sich Jahns Wikipedia-Lebenslauf wie der eines überzeugten Linken: 1968 in Marburg Mitbegründer des Hochschulbundes für Friedens- und Konfliktforschung, 1981 Verfasser eines Aufrufs zur Gründung einer „Freien Volksuniversität Startbahn West“ und Vorstandsmitglied der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung.

          Sascha Zoske
          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Für manche Leute ist Egbert Jahn jetzt aber doch ein Rechter. Spätestens seit seinem Auftritt beim „Werkstattgespräch“ der CDU zum Thema Flüchtlinge Mitte Februar. Dort hatte er über die mögliche Gründung eigener Städte für Flüchtlinge gesprochen, die – so zitiert ihn die „Bild“-Zeitung – „auf einer Insel oder in abgelegenen Gebieten Europas“ gebaut werden könnten. Der „Tagesspiegel“ berichtete zudem, Jahn habe den Kampf gegen Fluchtursachen für aussichtslos erklärt und setze stattdessen auf „Abschreckungsstrategien“, zu denen offenbar auch gehören solle, dass Flüchtlinge außerhalb ihrer Unterkünfte „nichts mehr zu essen“ bekämen.

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