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Diskussion um Straßennamen : Haftbefehl für Bismarck

  • -Aktualisiert am

Umstrittene Namensgebung: die Bismarckstraße in Offenbach Bild: Annkathrin Weis

Die „Black Lives Matter“-Bewegung belebt auch im Rhein-Main-Gebiet die Debatte über Namensgeber von Straßen und Plätzen. Denn selbst Initiativen für Umbenennungen haben meist die Nazi-Zeit im Blick, nicht aber das koloniale Erbe Deutschlands.

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          Offenbach verkörpert das, was viele „multikulti“ nennen. Menschen aus 152 Nationen leben dort miteinander. Die Stadt werde dem Vorbildcharakter allerdings nicht gerecht, solange es Straßen gebe, die durch koloniale und nationalsozialistische Namensgeber geprägt seien, sagt der 29 Jahre alte Felix Sauer. Er hat die Diskussion über Straßennamen neu aufleben lassen.

          Seit er das Video gesehen hat, in dem in Bristol die Statue des Sklavenhändlers Edward Colston im Fluss versenkt wurde, macht sich der gebürtige Offenbacher Gedanken über das Thema. „Ich habe mich danach gefragt, ob wir auch in Offenbach kritische Persönlichkeiten ehren“, sagt der Stadtgeographie-Student. Sauer machte sich auf die Suche nach problematischen Straßennamen und fand die Bismarckstraße am Hauptbahnhof. Der Name des ersten Reichskanzlers stehe im Gegensatz zu der Offenheit der Stadt: „Neben dem kolonialen Erbe und den Kriegen, die Bismarck zu verantworten hat, habe ich das Gefühl, dass Bismarck als Posterboy von der AfD instrumentalisiert wird.“

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