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Diskussion um Eintracht-Trainer : Frankfurter Gefühlsfragen

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Hiergeblieben: Pirmin Schwegler bleibt über den Sommer hinaus bei der Eintracht – auch Trainer Armin Veh? Bild: Heiko Rhode

Bleibt er, geht er? Die Diskussion um die Zukunft von Trainer Veh bei der Eintracht erreicht eine neue Dimension: Kapitän Schwegler äußert sich skeptisch.

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          Nun ist die Diskussion um einen gewichtigen Beitrag reicher: Pirmin Schwegler, Kapitän der Eintracht, hat sich nach dem 0:0 in Hannover zur Zukunft von Trainer Armin Veh in Frankfurt vieldeutig geäußert - und mit wenigen Worten für ordentlich Aufregung in Reihen des Tabellenfünften gesorgt. Auf die Frage nach seinem Gefühl in dieser für den Bundesligaklub so wichtigen Personalangelegenheit sagte der Schweizer dem Sender „Liga total“ nach dem torlosen Remis: „Ich persönlich habe kein gutes. Es ist jedem bekannt, dass wir mit ihm gerne weitermachen würden. Es ist seine Entscheidung, die nur er treffen kann.“

          Vehs Vertrag mit der Eintracht läuft am 30. Juni aus. Der Zweiundfünfzigjährige schürte selbst abermals die Spekulationen über seinen möglichen Abschied. Er sagte vor dem Hintergrund der Verpflichtung des Freiburgers Jan Rosenthal für die kommende Saison: „Ich denke, dass er ein richtig guter Spieler ist und Eintracht Frankfurt weiterbringen wird. Ob ich dann noch da bin, ist eine ganze andere Frage.“ Am Morgen nach der Dienstreise nach Niedersachsen, beim routinemäßigen Auslaufen rund um die WM-Arena im Stadtwald, wurde Schwegler gefragt, ob er als Mannschaftsführer denn möglicherweise mehr wisse als andere Kollegen. „Natürlich nicht“, lautete die Antwort des Sechsundzwanzigjährigen. Außerdem, so ergänzte er, ließen sich Gefühle eben „nicht erklären“. Alexander Meier, der stellvertretende Kapitän, behauptete bei gleicher Gelegenheit tapfer, „dass wir uns in der Mannschaft darüber wenig Gedanken machen“. Er fügte an: „Wir hoffen, dass der Trainer bleibt, aber wir können auf diese Spielchen keinen Einfluss nehmen. Armin Veh wird für sich die richtige Entscheidung treffen.“

          Veh ist verblüfft

          Nach dem Unentschieden vom Wochenende gehört die Eintracht zum ersten Mal seit drei Monaten nicht mehr zu den besten vier Mannschaften der Liga. Die Befürchtung, am Ende einer bemerkenswerten Runde doch noch aus den Europacup-Rängen zu fallen, ist somit real. Dennoch betonte Veh: „Die Mannschaft spielt guten Fußball, gerade auswärts ist unser Auftreten völlig okay.“ Auf dem Gewinn des einen Zählers lasse sich „auf jeden Fall aufbauen“, meinte auch Sportdirektor Bruno Hübner. „Wir spielen jetzt gegen Stuttgart und in Fürth. Das sind Spiele, in denen wir sicher wieder unsere Tore erzielen und dann auch mehr als einen Punkt mitnehmen werden.“

          Veh selbst war nach eigenen Angaben verblüfft über die Aussage seiner Führungskraft. Schwegler hatte er im Sommer 2011, kurz nach seinem Dienstbeginn am Main, zu seiner „rechten Hand“ erklärt und seitdem viele strategische Unterredungen mit ihm geführt. Die beiden, darauf wiesen sie in den vergangenen Monaten regelmäßig hin, verbindet in ihrer Zusammenarbeit ein großes Vertrauensverhältnis. Umso bemerkenswerte daher, dass ausgerechnet Schwegler als Erster andeutete, was viele innerhalb des Klubs und der Fanszene der Hessen mutmaßen - dass Veh, ungeachtet der Erfolge seiner Aufbauarbeit, Frankfurt demnächst den Rücken kehren könnte. In der zurückliegenden Woche war bekannt geworden, dass sich Schalke 04 ernsthaft um seine Dienste bemühen soll. Bei den „Königsblauen“ trägt Horst Heldt als Sportdirektor die Verantwortung. Mit ihm als Manager an seiner Seite wurde Veh 2007 beim VfB Stuttgart Meister. Am Montag hielt sich der umworbene Coach bedeckt. „Ich sage auch weiter nicht jeden Tag etwas zu diesem Thema“, meinte er, „nur so viel: Lasst uns die vierzig Punkte holen, dann geht es ganz schnell“. Frühestens am kommenden Sonntagabend kann es soweit sein. Bis dahin wird die Debatte also mindestens noch weitergehen. Oder, sollte sich Veh gegen die Eintracht entscheiden, danach erst richtig anfangen.

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