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Diplomatische Beziehungen : Konsularstandort Frankfurt wächst und wächst

Internationales Dienstleistungszentrum

Im Frankfurter Römer und in der Staatskanzlei in Wiesbaden wertet man die stetige Vergrößerung des Konsularischen Korps als bemerkenswerten Beleg für die Attraktivität des Landes im Allgemeinen und Frankfurts im Besonderen. Grund für die große internationale Präsenz in der Mainmetropole sei in erster Linie die wirtschaftliche Bedeutung des Finanzplatzes, heißt es immer wieder auch von Seiten der Diplomaten. Aber auch die zentrale Lage, die gute Verkehrsanbindung und die Internationalität kommen der Stadt zugute.

Vor allem der Rang als internationales Finanz- und Dienstleistungszentrum erklärt, dass Frankfurt überhaupt zur Diplomatenhochburg werden konnte. In allen anderen Bundesländern kommt nämlich den Landeshauptstädten diese Rolle zu. Der Frankfurter Status hat ursprünglich aber auch damit zu tun, dass die Stadt seit je mit großem Abstand größte hessische Kommune ist. Deshalb haben nur einige wenige Diplomaten Quartier außerhalb der Mainmetropole bezogen, etwa in Kassel, Wiesbaden und Bad Homburg.

NSA-Spekulationen mitten in Frankfurt

Die größten Vertretungen in Frankfurt werden nach wie vor von den Vereinigten Staaten, China, Russland und Frankreich sowie von der Türkei, Indien und Japan unterhalten. Großbritannien ist vor einigen Jahren aus dieser Riege ausgeschieden und hat damit ebenso wie die Niederlande und einige andere EU-Staaten darauf reagiert, dass ihre Bürger in Deutschland völlige Freizügigkeit genießen und seltener Hilfe und Unterstützung brauchen. Diplomatischer Ersatz kommt aus anderen Teilen der Welt: Protokollchef Beine zufolge ist in den vergangenen Jahren vor allem in Osteuropa und in der arabischen Welt das Interesse am Standort Frankfurt gewachsen. Darum haben sich die Landesregierung und er besonders über die neuen Generalkonsulate Kuweits und Saudi-Arabiens gefreut, die vor gut einem Jahr eingerichtet wurden.

Das wichtigste Generalkonsulat am Main ist unbestritten das amerikanische. Generalkonsul Kevin Milas führt nicht nur die größte diplomatische Vertretung überhaupt in Deutschland. Das Konsulat, das Ende 2005 vom Frankfurter Westend in das ehemalige General Hospital im Stadtteil Eckenheim verlegt wurde, ist auch eine der größten diplomatischen Einrichtungen Amerikas weltweit. Während die Botschaft in Berlin die Vereinigten Staaten politisch vertritt, sind in Frankfurt in erster Linie Managementqualitäten gefragt.

Das Generalkonsulat mit seinen 30 000 Quadratmeter Bürofläche ist die Drehscheibe zur Versorgung und Unterstützung von fast der Hälfte aller knapp 270 amerikanischen Auslandsvertretungen - und ist genau deshalb zuletzt in die Schlagzeilen geraten. Im Zuge des NSA-Skandals sind zahlreiche Spekulationen über die Tätigkeit von NSA- und CIA-Mitarbeitern im Konsulatskomplex laut geworden. Auch der Secret Service, das Heimatschutzministerium und angeblich sogar der „Special Collection Service“, jene Geheimdienst-Abteilung, die in Berlin das Mobiltelefon der Bundeskanzlerin abgehört hat, sollen dort aktiv sein. Und Generalkonsul Milas braucht derzeit sein ganzes diplomatisches Geschick, um die Wogen einigermaßen zu glätten.

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