https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/diktatwettbewerb-frankfurt-schreibt-hefte-raus-handys-aus-11661790.html

Diktatwettbewerb „Frankfurt schreibt!“ : Hefte raus, Handys aus

  • -Aktualisiert am

Diktate schreiben ist bei Schülern meist unbeliebt, aber bei „Frankfurt schreibt!“ gibt es Preise zu gewinnen. Bild: ddp images/dapd/Mario Vedder

Beim Wettbewerb „Frankfurt schreibt!“ schreiben Schüler, Eltern und Lehrer freiwillig schwierige Diktate. Heute findet das Finale in der Frankfurter Musterschule statt.

          2 Min.

          In der dritten Klasse hat er "Ich bin" mit zwei "n" geschrieben. Daran erinnert sich Roland Kaehlbrandt, der Leiter der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, bis heute. Denn seit eh und je sind sie Teil des Lehrplans: Diktate. Von manchen geliebt, von vielen gefürchtet. Ganz ohne Zwang üben sich hingegen 200 Schüler von 15 Frankfurter Gymnasien seit Oktober in der Rechtschreibung. So haben sie das Finale von "Frankfurt schreibt!" erreicht, einem von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft initiierten Diktatwettbewerb.

          Das Vorbild kommt aus Frankreich, wo es schon seit vielen Jahren einen nationalen Rechtschreibwettbewerb im Fernsehen gibt. Jetzt hat Kaehlbrandt das französische Format nach Frankfurt gebracht. "Frankfurt schreibt!" richtet sich vor allem an Schüler der Oberstufe, wo orthographisch korrektes Schreiben zwar vorausgesetzt, im Lehrplan aber nicht mehr behandelt wird. Der Wettbewerb solle einen Beitrag dazu leisten, dass die Schüler sich wieder intensiv mit der Rechtschreibung auseinandersetzten und gleichzeitig Gefallen an ihr fänden, sagt Kaehlbrandt. "Frankfurt schreibt!" soll Orthographie und Interpunktion zum abendfüllenden Ereignis machen.

          Finalisten im Dezember ausgewählt

          Schon im Dezember wurden bei einem Vorausscheid die Finalisten der verschiedenen Schulen ausgewählt. Diese können sich seitdem mit Übungsmaterial in Lerngruppen, im Unterricht, zu Hause und auf der Internetseite des Wettbewerbs auf das große Diktat vorbereiten.

          Die Polytechnische Gesellschaft engagiert sich auf vielerlei Wegen für die Sprachförderung, etwa mit dem "Deutschsommer" und den Diesterweg-Stipendien. Mit dem Diktatwettbewerb, der auch von dieser Zeitung unterstützt wird, will sie nicht nur Schüler erreichen, sondern auch Eltern und Lehrer. Denn das Alter spiele beim korrekten Umgang mit der Sprache keine Rolle, meint Kaehlbrandt. "Dem regelgerechten Schreiben kann im Alltag keiner entkommen." Und schließlich seien Diktate auch eine Art Denksport, die auch denjenigen Spaß mache, die sich weniger mit Sprache beschäftigten.

          Anmeldungen aus der ganzen Welt

          Auch Schulklassen aus Russland, Rechtsanwaltskanzleien und zahlreiche Unternehmen haben sich zum Wettbewerb angemeldet. Sogar aus einer Justizvollzugsanstalt seien Bewerbungen eingegangen, zeigt sich Kaehlbrandt erfreut. Denn darin sieht er den Sinn der Aktion: "Sprache gehört uns allen. Sie verbindet sich mit dem Leben, und dadurch wird sie lebendig."

          Am Dienstag findet das große Finale des Wettbewerbs in der Musterschule statt. Dann treten Schüler, Eltern und Lehrer gegeneinander an. Worum es im Diktat inhaltlich geht, will Kaehlbrandt nicht verraten. Das Geheimnis wird streng gehütet. Nur so viel lässt er sich entlocken: Der Text sei sehr schwierig, aber ebenso humorvoll. "Und natürlich wird er etwas mit Hessen und Frankfurt zu tun haben."

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Bundeskanzler Olaf Scholz verabschiedet sich am Dienstag in Pretoria vom südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa.

          Bundeskanzler in Afrika : Ein kurzes Bett für Scholz

          In Afrika wirbt Bundeskanzler Olaf Scholz für einen Schulterschluss der Demokratien gegenüber autoritären Regimen. Aber vor allem Südafrika will sich nicht gegen Russland stellen.
          Wollen gemeinsam regieren: Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, am Dienstag in Kiel mit dem grünen Spitzenkandidatinnenduo Monika Heinold und Aminata Touré

          Schleswig-Holstein : Kiel steuert auf Schwarz-Grün zu

          Nach dem Scheitern von Gesprächen über eine Neuauflage des Jamaika-Bündnisses wollen CDU und Grüne in Schleswig-Holstein Koalitionsgespräche führen. Schon an diesem Mittwoch könnte es losgehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.
          Frankfurt Jobs
          Jobs in Frankfurt finden
          Immobilienmarkt
          Immobilien kaufen, mieten und anbieten
          Immobilienbewertung
          Verkaufen Sie zum Höchstpreis