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Moderne Flugsicherung : Die Towerlotsen sitzen 450 Kilometer entfernt

Die Lotsen, die bisher den Flughafen Saarbrücken vom dortigen Tower aus kontrolliert haben, sitzen künftig in Leipzig. Bild: dpa

Ein internationaler Flughafen ohne einen Menschen im Tower. Was nach Actionfilm klingt, ist neuerdings dank digitaler Technik Realität bei der Deutschen Flugsicherung.

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          Die DFS Deutsche Flugsicherung in Langen treibt die Digitalisierung der Luftverkehrskontrolle voran: Gestern hat sie ihr „Remote Tower Control Center“ in Leipzig in Betrieb genommen, von dem aus die Fluglotsen nun den Verkehr auf dem internationalen Flughafen Saarbrücken steuern – ausschließlich mit Hilfe hochauflösender Videotechnik und Infrarotkameras. Die Towerlotsen verfolgen das Geschehen auf Vorfeld, Start- und Landebahnen sowie im An- und Abflug also nicht mehr wie beispielsweise in Frankfurt durch die Panoramascheiben des Towers mit eigenen Augen, sondern aus 450 Kilometer Entfernung.

          Jochen Remmert
          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Im neuen Kontrollzentrum wird den Lotsen mit den Video- und Infrarotkameras permanent ein 360-Grad-Bild des Flughafens auf eine Monitorwand an ihrem Arbeitsplatz übermittelt. Durch die Infrarotkameras haben die Lotsen auch bei schlechtem Wetter und nachts eine bessere Sicht als bei der herkömmlichen Sichtkontrolle, wie es bei der Flugsicherung weiter heißt. Zudem erkennt das System automatisch Bewegungen und hebt Flugzeuge in der Luft und am Boden hervor – wie auch andere Fahrzeuge, die sich auf dem Vorfeld des Flughafens bewegen. Außerdem lassen sich Bildausschnitte beliebig heranzoomen. Alles zusammen soll die Arbeit der Lotsen erleichtern, die ohnehin ein besonders hohes Maß an Konzentration verlangt.

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