https://www.faz.net/-gzg-9h0hd

Umweltforscher : Diesel-Autos sind nur ein Teil des Problems

  • Aktualisiert am

Umweltforscher warnt: Neben dem Stickoxid gibt es noch einen weiteren gefährlichen Luftverpester. Bild: dpa

Die Luftbelastung durch Stickoxide und die damit verbundenen Fahrverbote sind derzeit in aller Munde. Doch ein Frankfurter Umweltforscher warnt vor einer weiteren Gefahr.

          Wenn es um Luftverschmutzung und ihre Folgen geht, sind Diesel-Fahrzeuge aus der Sicht des Frankfurter Umweltforschers Alexander Vogel nur ein Teil des Problems. „Die wichtigen Feinstaub-Partikel hat man gar nicht auf dem Schirm“, sagte Vogel der Deutschen Presse-Agentur. Ultra-Feinstaub nämlich - Partikel, die kleiner als 100 Nanometer sind. Während es für den groben Feinstaub Grenzwerte gibt und diese meist auch eingehalten werden, existieren für die Minipartikel gar keine Grenzwerte. „Dabei können sie über die Lunge am weiteren vordringen und auch ins Blut gelangen“, so der Professor am Institut für Atmosphäre und Umwelt. „Schadstoffe werden so sehr effektiv in den menschlichen Körper transportiert.“

          Vogel wird nun für seine Forschungen mit dem Adolf-Messer-Stiftungspreis ausgezeichnet, der im 25. Jahr seines Bestehens mit 50.000 Euro dotiert ist und am Montagabend überreicht werden sollte.

          Ein Problem bei Feinstaub sei, dass die winzigen Partikel sehr schwer zu messen seien, erläuterte Vogel sein Forschungsgebiet. „Weil es kaum langfristige Messreihen gibt, können Epidemiologen die Gesundheitsgefährdung nur schwer einschätzen oder sinnvolle Grenzwerte festlegen“, sagte Vogel. Dennoch müsse über die Quellen und die chemische Zusammensetzung der Ultrafeinstaubpartikel geforscht werden. Vogels Arbeitsgruppe will eine experimentelle Methode entwickeln die 2019 in der Nähe des Frankfurter Flughafens zum Einsatz kommen soll.

          Benziner gefährlicher als Diesel

          Zu der Debatte um die Dieselfahrverbote hat Vogel eine klare Meinung: „Autos sind in der Stadt generell ein sehr schlechtes Verkehrsmittel. Und man weiß auch, dass in Bezug zum Ultrafeinstaub Benziner eigentlich die größeren Dreckschleudern sind als Diesel.“ Um der schlechten Luft Herr zu werden, müssten öffentliche Verkehrsmittel die bessere Alternative sein. „Meine persönliche Meinung ist, dass der ÖPNV kostenlos sein sollte.“

          Der 1984 geborene Wissenschaftler studierte Chemie an der Universität Mainz. Nach seiner Promotion 2014 führten ihn Forschungsaufenthalte ans Kernforschungszentrum CERN bei Genf und an das Paul-Scherrer-Institut in der Schweiz. Seit Januar 2018 arbeitet er am Institut für Atmosphärische Umweltanalytik an der Frankfurter Goethe-Universität.

          Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff gratulierte Vogel schon vorab: „Seine Forschung kann einen Beitrag leisten, dieses bedrohliche Phänomen besser zu verstehen und das Leben in den Städten dieser Welt gesünder zu machen.“ Auch Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) nannte Vogels Forschung „hochrelevant“.

          Weitere Themen

          Aufstieg nicht ausgeschlossen

          Frankfurts SPD-Chef Mike Josef : Aufstieg nicht ausgeschlossen

          2002 wählte er aufgrund seiner christlichen Prägung noch CSU-Kanzlerkandidat Stoiber. Heute ist Mike Josef Frankfurter Planungsdezernent und Hoffnungsträger der Sozialdemokratie. Welche Türen stehen ihm zukünftig noch offen?

          Lilien freuen sich auf Ausflug nach Osnabrück

          Zweite Liga : Lilien freuen sich auf Ausflug nach Osnabrück

          Zum Abschluss des dritten Zweitliga-Spieltags trifft Darmstadt 98 auf den VfL Osnabrück. Lilien-Trainer Dimitrios Grammozis freut sich auf das Spiel. Er muss jedoch auf einige Spieler verzichten.

          Topmeldungen

          Zukunft der Koalition : Heißer Herbst

          Die Koalition versucht zur „Halbzeitbilanz“ im Dezember zu retten, was noch zu retten ist. Nun entscheidet auch die Wahl des neuen SPD-Vorsitzenden über ihre Agenda.
          „Fridays for Future“-Demonstration vom vergangenen Freitag in Berlin

          „Fridays for Future“ : Glaube an die eigene Macht

          Eine Studie zeigt, wie die Demonstranten der „Fridays for Future“-Proteste ticken. Was ihre Motive sind, welchen sozialen Hintergrund sie haben – und für welche Parteien sie stimmen würden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.