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Hessens Corona-Verordnungen : Lockerungen in Pflegeheimen und im Handel

  • Aktualisiert am

Corona-Lockerungen in Hessen: Für Altenheime sollen neue Regeln gelten (Symbolbild). Bild: dpa

Ministerpräsident Bouffier und Gesundheitsminister Klose haben neue Corona-Lockerungen für Hessen vorgestellt. Neben Schulöffnungen gibt es auch Änderungen für Altenheime, Veranstaltungen und im Einzelhandel.

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          Mehr als drei Monate nach der Verordnung des Lockdowns in der Corona-Krise hat die hessische Landesregierung am Donnerstag weitere Lockerungen angekündigt. Die Änderungen betreffen Alten- und Pflegeeinrichtungen, Seniorenbegegnungsstätten und den Einzelhandel, und sie treten am Montag in Kraft. Zudem bedürfen von diesem Tag an Veranstaltungen mit bis zu 250 Teilnehmern keiner besonderen Genehmigung durch das Gesundheitsamt mehr.

          Wie Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) in Wiesbaden bekanntgab, können Bewohner von Alten- und Pflegeheimen künftig grundsätzlich dreimal in der Woche Besuch von jeweils einer Person empfangen, egal ob es sich dabei um Angehörige oder andere Personen handelt. Zuvor war nur eine einzelne Person aus direkter Verwandtschaft für eine Stunde in der Woche zugelassen gewesen. Michael Schmidt, der Vorsitzende der Liga der freien Wohlfahrtsverbände Hessen, nannte diese Neuerung einen „Zwischenschritt, um in eine neue Wirklichkeit zu gelangen, die nah an der Normalität vor der Pandemie ist“.

          Behinderte, die stationär betreut werden, dürfen nun sogar jeden Tag eine Person empfangen. Zuvor waren Visiten nur entsprechend den Gegebenheiten in den Einrichtungen und mit Zustimmung des Trägers möglich. Die Abstands- und Hygienevorschriften bei Besuchen, die auch am Wochenende und außerhalb der Einrichtungen ermöglicht werden sollen, müssen weiterhin eingehalten werden. Die Besuchsverbote für Personen mit Atemwegsinfektionen gelten weiterhin. Darüber hinaus bleibt es Leitungen von Alten- und Pflegeeinrichtungen nach Angaben der Landesregierung vorbehalten, die Dauer von Besuchen auf eine Stunde je Woche und Bewohner zu beschränken, wenn die räumliche und personelle Situation großzügigere Regelungen nicht zulasse.

          Bouffier kündigte zudem an, dass von Montag an Seniorenbegegnungsstätten wieder für Veranstaltungen mit bis zu 100 Personen öffnen dürfen. Auch hierbei müsse Abstand gehalten und insbesondere auf gemeinsames Singen verzichtet werden. „Für alte und pflegebedürftige Menschen ist es gerade in diesen Zeiten wichtig, regelmäßigen Kontakt zu ihren Angehörigen zu haben“, sagte der Regierungschef. Gesundheits- und Sozialminister Kai Klose (Die Grünen) sprach mit Blick auf die Lockerungen von einem wichtigen Schritt aus der durch die Pandemie für viele erzwungenen sozialen Isolation. Allerdings dürfe man den Infektionsschutz gerade von „vulnerablen Gruppen“, wie alten und pflegebedürftigen Menschen, nicht aus dem Blick verlieren.

          Auch teilstationäre Tagespflegeeinrichtungen können nun wieder öffnen. Ralf Geisel, der Vorsitzende des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste, bat die Angehörigen und Pflegebedürftigen jedoch um Geduld: „Aufgrund der Hygienemaßnahmen können die Tagespflegeeinrichtungen nicht sofort zu ihrer vollen Kapazität zurückkehren.“ Dennoch sei die Öffnung eine wichtige Erleichterung für Angehörige, die bisher zu Hause pflegen mussten. Es gelte in jedem Fall, die Balance zwischen Infektionsschutz und den Rechten der Bewohner zu wahren.

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