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„Diehl Aerospace“ : Türen aus Frankfurt für den A380

Tür des Airbus A380: Ein Projekt von Diehl Aerospace am Standort Frankfurt. Bild: dpa

Die rund 450 Mitarbeiter von Diehl Aerospace in Frankfurt-Heddernheim bauen zusammen mit Zulieferern das Türsystem für den Airbus A380 und zudem Komponenten für dessen Cockpit.

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          Der niederländische König weiß mehr als mancher Hesse über die Luftfahrtindustrie in diesem Bundesland. Deshalb nutzte Willem-Alexander seinen Deutschlandbesuch im Juni auch, um das Frankfurter Werk der Diehl Aerospace GmbH zu besuchen. Der Pilot gilt als luftfahrtbegeistert und betätigt sich auch als Türöffner für den heimischen Branchenverband Netherlands Aerospace Group.

          Jochen Remmert

          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Apropos Türen: Die rund 450 Mitarbeiter von Diehl Aerospace in Frankfurt-Heddernheim bauen zusammen mit Zulieferern das Türsystem für den Airbus A380 und zudem Komponenten für dessen Cockpit. Eine Tür für das größte Flugzeug von Airbus besteht aus 580 Teilen. Anders als bei anderen Flugzeugtypen werden die Türen beim A380 elektrisch geöffnet und geschlossen.

          Auf der ganzen Welt vertreten

          Neben dem Werk in Frankfurt betreibt die Aerospace-Sparte von Diehl noch ein Werk in Überlingen und eines in Nürnberg. Die drei Standorte arbeiten unter dem Dach der Diehl Aerosystems Holding GmbH. Sie hat ihren Sitz in Nürnberg und ist wiederum Teil der Diehl Stiftung&Co. KG. Der Teilkonzern Diehl Aerosystems ist nicht nur in der zivilen Luftfahrtindustrie tätig, sondern fertigt auch militärische Luftfahrtausrüstung.

          Was die Cockpit- und Displaysysteme, die Flugsteuerung und die Kabinensysteme betrifft, ist das Unternehmen auf der ganzen Welt vertreten. Neben Airbus und Boeing zählen zu den Kunden die europäische Eurocopter-Group, der kanadische Flugzeug- und Zugbauer Bombardier und der brasilianische Flugzeughersteller Embraer.

          Aus der Kunstschmiede wurde ein Technologie-Konzern

          Im Portfolio der Diehl-Gruppe finden sich auch Hightech-Waffensysteme und sonstige Ausrüstungsgegenstände für das Militär, die allerdings nicht in Frankfurt hergestellt werden. Dazu zählen Raketen, komplette Flugabwehrsysteme, Munition und Ketten für Panzer. Zum Produktportfolio der Diehl-Gruppe gehört aber auch ganz und gar nicht martialische Technologie: Das Unternehmen bietet beispielsweise Steuerungseinheiten für Haushaltsgeräte, etwa für Waschmaschinen, an und Messtechnik für Gas und Wasser.

          Begonnen hat das Familienunternehmen Diehl mit einer Kunstschmiede, die Margarete und Heinrich Diehl im Jahr 1902 gründeten. Wie in der Firmenchronik zu lesen ist, war bei Diehl von Beginn auch die Frau in einer Führungsposition. „Heinrich Diehl kümmert sich um die technischen Aspekte der Firma, Margarete Diehl um Finanzen und Personal“, ist dort zu lesen.

          111 Jahre später ist aus der Kunstschmiede ein Technologie-Konzern geworden namens Diehl Stiftung & Co. KG geworden, der außer in Europa unter anderem in Nord- und Südamerika, China, Indien sowie Pakistan Dependancen unterhält. Der Jahresumsatz lag 2012 bei 2,83 Milliarden Euro und damit leicht unter dem im Jahr davor. 2012 zählte die Gruppe weltweit 14690 Mitarbeiter.

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