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Viele Diebe in Frankfurt : Tankbetrüger nutzen Ferienzeit

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Frisch gezapft: Nicht jeder bezahlt für den getankten Sprit. Deutschlandweit hat es 2014 mehr als 86.000 Sprit-Diebstähle an Tankstellen gegeben. Bild: dpa

Sie fahren mit gestohlenen Kennzeichen oder gleich mit gestohlenem Auto vor: Für Sprit-Diebe ist der Sommer die Hochzeit. Und besonders hat es ihnen Frankfurt angetan. Aber die Polizei weiß, dagegen vorzugehen.

          Ein Tankbetrug kommt nur selten allein: Diebe, die sich, ohne zu bezahlen, an Zapfsäulen bedienen, haben meistens nicht nur dieses eine Delikt begangen. Oft fahren sie mit gestohlenen Kennzeichen vor, manchmal auch mit gestohlenen Autos. Deutschlandweit hat es im vergangenen Jahr mehr als 86.000 solcher Straftaten an Tankstellen gegeben, Frankfurt lag mit 1218 Diebstählen hinter Berlin, Hamburg und Köln auf dem vierten Platz der Rangliste der am meisten betroffenen Städte. In der Mainmetropole ist die Polizei aber auch vergleichsweise erfolgreich bei der Ermittlung der Täter: Knapp 57 Prozent der Tank-Straftaten wurden 2014 aufgeklärt, in Wiesbaden lag die Quote mit 72 Prozent sogar noch höher, 88 Prozent waren es in Marburg.

          Das Preisvergleichsportal billiger.de hat in einer Studie für 115 deutsche Städte ermittelt, wie häufig sich Diebe an Tankstellen bedienen. Dazu wurden die polizeilichen Kriminalitätsstatistiken ausgewertet und ins Verhältnis zur Zahl der Tankstellen gesetzt. In Frankfurt gibt es demnach 73 Tankstellen, statistisch gesehen wurden im vergangenen Jahr an jeder davon 17 Diebstähle verübt.

          Hilfreiche Überwachungskameras

          Die Frankfurter Polizei unterscheidet verschiedene Arten von Tankdiebstählen: Manche Täter fahren mit gestohlenen Kennzeichen vor, andere mit aufgebrochenen Autos oder mit einem Wagen, den sie nach einem Kauf nicht umgemeldet haben. So kommt es nach den Worten einer Sprecherin durchaus vor, dass ein gutgläubiger Verkäufer seinen Wagen an einen Käufer abgibt, der zusagt, diesen umzumelden, tatsächlich aber an eine Tankstelle fährt und sich bediente, ohne zu zahlen. Werde dann der Halter ermittelt, stellten die Beamten oft fest, dass der Käufer den Kaufvertrag nicht mit seinem echten Namen unterschrieben habe. Es komme aber auch vor, dass Diebe einfach mit dem eigenen Wagen an die Zapfsäule führen oder einen Kanister befüllten.

          Hochzeit für Tankbetrüger sind laut Studie Juni und August. 2014 wurde in diesen Monaten jeder fünfte Tankdiebstahl gezählt. Viele Täter nutzen den unübersichtlichen Ferienverkehr auf den Autobahnen. Mitunter kaufen sie eine Flasche Wasser oder Kaugummis, um von ihrer Tat abzulenken. Wegen der an allen Tankstellen vorhandenen Videoaufzeichnung könnten die Ermittler die Täter häufig leicht erkennen, sagt ein Polizeisprecher in Wiesbaden. Dort hat es im vergangenen Jahr 395 Spritdiebstähle gegeben, durchschnittlich neun an jeder der 44 Tankstellen. Einige Täter versuchen jedoch, sich mit Schals oder einer Kappe zu verhüllen. Da viele von ihnen mehrfach zuschlagen, werden sie mit Hilfe der Überwachungskameras aber oft erkannt.

          Tankstellen an Autobahnen sind nicht nur wegen des Verkehrs bei den Dieben beliebt, sondern auch wegen der Fluchtwege. Der Betreiber der Aral-Tankstelle an der A 66 in Unterliederbach sagt, dass er häufiger die Polizei rufe, manchmal sogar mehrmals am Tag. Im Vergleich zu den Vorjahren war die Zahl der Delikte 2014 deutschlandweit aber insgesamt rückläufig. Sie stieg von 2010 bis 2013 auf 91.000 an, im Jahr darauf wurden noch 86.300 Taten gezählt. Die Studie führt das auf den sinkenden Spritpreis zurück. Während ein Liter Super-Benzin 2013 noch durchschnittlich 1,59 Euro kostete, waren es im vergangenen Jahr 1,52 Euro.

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