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Tupperware : Die Tupperparty trotzt dem Internethandel

  • -Aktualisiert am

Denn das Konzept der Tupperparty funktioniert vor allem dort gut, wo es intakte Nachbarschaften und Vereine gibt, also auf dem Land, in kleinen Städten und Vorstädten. Im Umland der größeren Städte sei Tupperware gut vertreten, hebt Dorner hervor. Mit Konzepten für einfacheres und schnelles Kochen sollen nun die Single-Haushalte in den Großstädten stärker angesprochen werden.

Ein Unternehmen auf Expansionskurs

Ein Tupperware-„Studio“ etwa auf der Zeil in Frankfurt wird es nach Dorners Vorstellungen allerdings nicht geben. Er könne sich solche Niederlassungen in den Stadtteilen denken oder in Einkaufszentren. Die Zahl 500 sei eine Schätzung. Gerade wenn man die kleineren Städte zähle, in denen das Unternehmen noch nicht präsent sei. „In den nächsten drei bis fünf Jahren werden wir das Konzept umgesetzt haben, ob es dann 400 oder 600 Studios sind, wird sich zeigen.“

Alles schön bunt hier: Tatjana Brüggemann vor ihrer Verkaufsware

Der Direktvertrieb, zu dessen bekanntesten Vertretern neben Tupperware Vorwerk und Avon zählen, wächst auch in Zeiten des Internets. Nach Angaben des Bundesverbands Direktvertrieb Deutschland wuchsen die Umsätze allein 2015 um zwölf Prozent. 823.000 Frauen und Männer seien freiberuflich in der Branche tätig. 2014 kamen nach einer Studie der Mannheimer Universität 100.000 hinzu. Bis 2019 erwarten die Autoren der Studie eine Steigerung von weiteren 25 Prozent. Tupperware Deutschland habe ein erfolgreiches Jahr 2015 verzeichnet, bestätigt Dorner, und auch 2016 bleibe man auf Expansionskurs.

Partymanagerin Brüggemann führt an dem Abend in Maintal ihr Lieblingsprodukt, die Silikonmatte, nicht nur vor. Sie lässt die Gäste beim Teigkneten mit anfassen, fragt bei anderen Produkten nach Erfahrungen aus der Runde und verrät Tricks zu den Küchenhelfern. Diesmal hatte es unter den Partygästen einige Absagen gegeben, so dass am Ende nur vier Frauen auf dem Sofa sitzen.

Was Party-Manager verdienen

Für 485,90 Euro bestellen die Teilnehmerinnen der Party am Ende Waren. 24 Prozent davon gehen an Brüggemann. Nicht gerade ein üppiger Stundenlohn, wenn man bedenkt, dass sie vor der Party in der Regel schon einmal beim Gastgeber vorbeifährt, bei der Auswahl der Gäste hilft und mit dem Gastgeber bespricht, welche Produkte präsentiert werden. Zudem hat sie Fahrtkosten. „Ich fahre schon mal eine Dreiviertelstunde oder eine Stunde zu einer Party.“ Anschließend holt sie die bestellte Ware bei der nächsten Bezirkshandlung ab, stellt eine Tüte für jeden Gast zusammen und liefert sie beim Gastgeber ab.

Dennoch ist Brüggemann überzeugt von dem Konzept und organisiert die Partys neben ihrem 34-Stunden-Job. Sie habe nicht geglaubt, dass die Nachfrage so hoch sei, sagt die Frau. Vier Partys im Monat sind bei ihr üblich, manchmal sind es sogar zwölf. „In der Regel haben wir mindestens eine weitere Partyanfrage pro Abend.“ Das lohnt sich dann auch für die Gastgeberin. Neben dem Dankeschön, diesmal in Form einer Kuchenplatte mit Deckel, kann sie je nach Umsatz und dem Anwerben neuer Gastgeber Punkte sammeln, die wiederum in Tupperware umgetauscht werden. An diesem Abend darf die Gastgeberin für 66 Euro im Katalog einkaufen. Damit ist sie ihrem Ziel, sich die Tupper-Ausstattung für die erste eigene Wohnung zusammenzustellen, ein gutes Stück näher gekommen.

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