https://www.faz.net/-gzg-9mi4j

Internationale Maifestspiele : Frühlingsluft für drinnen

Das Staatstheater Wiesbaden zeigt Mozarts „Titus“. Bild: © Karl und Monika Forster

Eine Hommage an die Stille mit sehr viel Musik, Tanz und Theater: Die Internationalen Maifestspiele machen Wiesbaden erst recht zum Ausflugsziel.

          Weltkurstadt. Nizza des Nordens. Kaiserstadt. Wiesbaden hat im Lauf seiner Geschichte viele schöne Titel abbekommen. „Festspielstadt“ wie Bayreuth nennt man sie höchst selten. Seltsam eigentlich, denn die Maifestspiele, zu Kaiser Wilhelms Ehren 1896 gegründet, sind nur 20 Jahre jünger als die Wagner-Festspiele in Bayreuth. Und Wagner ist rauf und runter gespielt worden, für den Kaiser, die Kurgäste und die Bürger, die sich das leisten konnten.

          Eva-Maria Magel

          Kulturredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Heute kommt kein Kaiser mehr und es wird zwar auch dieses Jahr Wagner gespielt, etwa eine „Meistersinger“-Besetzung mit allen Bayreuther Stars, unter ihnen der Frankfurter Johannes Martin Kränzle als Beckmesser, aber vieles andere auch, vom barocken Purcell bis zur Uraufführung eines neuen Theaterstücks von Manfred Karge. Und erfreulicherweise gibt es bei den Maifestspielen nicht nur schicke Parkett-Gala-Plätze, sondern Karten in jeder Kategorie, manche kosten sogar nur einen einstelligen Eurobetrag.

          24-Stunden Marathon „Mozart 24“

          Ganz kostenlos sogar ist am Samstag und Sonntag Mozart zu haben, wenn im Studio als Loop die Hörbiographie „Schatten und Licht“ von Jörg Handstein läuft. Damit beginnt der 24-Stunden Marathon „Mozart 24“, der vom 4. Mai, 18.30 Uhr, bis 5. Mai, 17 Uhr, Mozart-Fans ebenso wie Event-Begeisterte ins Theater locken soll. „Idomeneo“ und „Titus“, die beiden von Intendant Uwe Eric Laufenberg für die Maifestspiele inszenierten Mozart-Opern, bilden Anfang und Ende der Mozart-Hommage, Filme und Lesungen, Konzerte und Theater würdigen das Genie der Klassik. Und auch wenn pausenlos gespielt wird, lautet das Motto der Maifestspiele in diesem Jahr „Die Stille dazwischen“. Wohl wissend, dass nur so, mit Stille dazwischen, die Kunst und zumal die Musik entstehen und wirken kann.

          Stille, im Sinne von langen Lücken, hat es auch in der Geschichte der Maifestspiele gegeben in Kriegs- und Krisenzeiten. Aber wer etwas auf sich hält in Wiesbaden und weit um Wiesbaden herum, der ist nach wie vor im Mai mindestens an einem Abend dabei, wenn das Staatstheater internationale Gäste nach Wiesbaden holt. Andere kaufen gleich ganze Ticket-Pakete, werfen sich allabendlich kräftig in Schale und flanieren erst einmal mit dem Sektglas die geschmückten Kolonnaden entlang, um mit anderen Gästen zu fachsimpeln.

          Kinder- und Jugendtheater

          Gesprächsstoff gibt es genug, zum Beispiel über die Gesangsstars, die auflaufen werden, oder die Hauptstadtbühnen, die der einst preußischen Stadt einen Besuch abstatten. Diesmal sind der „Tatort“-bekannte Jörg Hartmann als „Professor Bernhardi“, Sophie Rois in René Polleschs „Cry Baby“ und Teile des einstigen Frankfurter, heute Berliner Ensembles von Oliver Reese in „Panikherz“ zu sehen. Dazu kommen große Tanzgastspiele wie Sidi Larbi Cherkaoui und Hofesh Shechter, ganz zu schweigen vom Kinder- und Jugendtheater der „Jungen Woche“. Egal also, wie das Wetter draußen ist: Im Theater herrschen Frühlingsluft und Festpielglanz.

          INTERNATIONALE MAIFESTSPIELE: Staatstheater Wiesbaden, bis 30. Mai

          Weitere Themen

          Eine Kundenkarte für 250 lokale Geschäfte

          Mankido : Eine Kundenkarte für 250 lokale Geschäfte

          Zehn Kaffees kaufen, der elfte aufs Haus – das war einmal. Mit Mankido sammeln Kunden Punkte für Prämien bei regionalen Anbietern. Die beiden Erfinder haben viel vor.

          Topmeldungen

          Eurofighter-Absturz : Nur ein paar Meter vom Kindergarten entfernt

          Ein Schock für die Menschen in Nossentin, ein Schock für die Luftwaffe: Was über den Absturz der Eurofighter bislang bekannt ist – und wie die Bevölkerung reagiert. Ein Besuch vor Ort.
          Interims-Führung: Manuela Schwesig, Thorsten Schäfer-Gümbel und Malu Dreyer (v.l.) am Montag im Willy-Brandt-Haus in Berlin

          Mitgliederentscheid : Das gefährliche Spiel der SPD

          Mit einem „Fest der innerparteilichen Demokratie“ will die SPD ihre neue Parteiführung bestimmen. Doch das birgt diverse Risiken – und könnte die neue Spitze schnell wieder in die Bredouille bringen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.