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Das Virus und die Bank : Ganz schlechter Zeitpunkt

Unruhige Zeiten: Die Pandemie macht der Deutschen Bank zu schaffen. Bild: AP

Eigentlich sah es aus, als würde es der Deutschen Bank besser gehen. Jetzt droht dem Frankfurter Konzern, in den Strudel der Covid-19-Pandemie hineingezogen zu werden - und vielleicht nicht mehr herauszukommen.

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          Eigentlich hätten die Anteilseigner der Deutschen Bank nach Jahren unzähliger schlechter Nachrichten, zahllosen Führungswechseln und ständig neuer Strategien in diesem Jahr einmal eine Auszeit verdient gehabt. Und es sah ja auch so aus, als würde es endlich wieder ein wenig aufwärtsgehen mit dem Frankfurter Konzern. Schließlich hatte sich der Aktienkurs des Hauses zu Jahresbeginn, wenn auch auf niedrigem Niveau, ordentlich entwickelt, lag Mitte Februar bei 10,18 Euro, auch die Quartalszahlen fielen unerwartet positiv aus. Doch dann kam die Corona-Krise, und die könnte für das Unternehmen zum echten Problem werden.

          Denn die Pandemie trifft die Deutsche Bank zu einem ganz schlechten Zeitpunkt. Schließlich befindet sich die Bank mitten im Umbau: Die Kosten müssen reduziert und neue Ertragsmodelle gefunden, die Bank muss digitaler und das zuletzt so angekratzte Image wiederaufpoliert werden. Das geht nur unter Schmerzen. Das umfangreiche, schon vor dem Ausbruch des Virus verordnete Sparprogramm sieht unter anderem den Abbau von 18.000 Stellen vor.

          Im Strudel der Covid-19-Pandemie

          Doch jetzt steht die Deutsche Bank, wieder einmal, vor einem Dilemma. Einerseits muss das Sparprogramm weitergeführt, die neue Strategie implementiert werden. Andererseits jedoch droht auch die Deutsche Bank im Jahresverlauf weiter in den Strudel der Covid-19-Pandemie hineingezogen zu werden. Zuletzt machten Bankenaufseher deutlich, dass die Finanzbranche von den Folgen der Krise noch in erheblichem Maße betroffen sein werde.

          Die Gefahr steht im Raum, dass Unternehmenspleiten zahlreiche Kredite platzen lassen. Das kann teuer werden. Ausgerechnet jetzt, da die Bank in kleinen Schritten auf dem Weg der Besserung schien, wird sie durch die Pandemie und ihre langfristigen Folgen zurückgeworfen.

          Dass für das Geschäftsjahr 2019 nach einem Milliardenverlust keine Dividende gezahlt würde, war längst klar. Am Mittwoch kündigte Finanzchef James von Moltke zwar an, von 2022 an wieder Dividenden ausschütten zu wollen. Doch das ist noch lange hin. Die sowieso schon leidgeprüften Aktionäre müssen damit rechnen, dass auf ihre Bank weiter unruhige Zeiten zukommen werden.

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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