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20 Jahre Paketzentrum : Von Rodgau in die Welt

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Sortierarbeit: Im Paketzentrum in Rodgau werden Sendungen für 32 Zielorte zusammengestellt und verschickt. Bild: Marcus Kaufhold

Im Paketzentrum der Deutschen Post in Rodgau werden täglich rund 250.000 Pakete abgefertigt. An seine Grenzen kommt der Umschlagplatz aber nur an Weihnachten.

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          Im Paketzentrum Rodgau beginnt der Tag um 15 Uhr. Lastwagen bringen die aufgegebenen Pakete von Postfilialen, Packstationen und Großkunden zum Umschlagpunkt in Rodgau. Hier landen alle Pakete, die aus Rhein-Main, Wetterau, Spessart, Odenwald, Main-Kinzig- und Lahn-Dill-Kreis verschickt werden. Sie werden sortiert und mit Lastwagen auf die anderen 32 Paketzentren in Deutschland verteilt.

          Um 21 Uhr dreht sich das Ganze um. Dann kommen die Pakete von den anderen Paketzentren für das Rodgauer Verbreitungsgebiet an. Sie werden sortiert, auf Lastwagen geladen und an die sogenannten Zustellbasen in Rodgau, Frankfurt, Offenbach, Florstadt, Hanau, Aschaffenburg und Lollar bei Gießen geliefert. Von dort bringt der Postbote sie direkt zum Empfänger.

          Hauptarbeit machen heute die Maschinen

          Rund 250.000 Pakete fertigt das Zentrum in Rodgau täglich ab. Als das Postzentrum in Rodgau an diesem Freitag vor 20 Jahren den Betrieb aufnahm, waren es noch rund 170.000. Laut Sachgebietsleiter Paul Eberhard kommen etwa 90 Prozent der Sendungen am nächsten Tag an.

          Paul arbeitet schon 30 Jahre bei der Deutschen Post. Angefangen hat er als Aushilfe im Weihnachtsgeschäft, damals noch in der ehemaligen Frankfurter Zentrale am Hauptbahnhof. Bevor die 33 Paketzentren Mitte der neunziger Jahre gebaut waren, gab es mehr als 1000 Bearbeitungszentralen in Deutschland. Ein Paket wurde von Station zu Station gereicht und ging durch viele Hände, bevor es den Empfänger erreichte. Das kostete Zeit.

          Die meiste Arbeit erledigen heute Maschinen. Viele der 350 Mitarbeiter in Rodgau arbeiten ihnen nur zu. Sie legen die Pakete aufs Förderband, eine Kamera fotografiert die Sendungen, ein Scanner liest die Adressen. Bei rund 60 Prozent der Sendungen ist die Adresse zusätzlich in einem Strichcode enthalten, der es dem Scanner ermöglicht, die Informationen schnell und zuverlässig zu verarbeiten. Von den Sendungen ohne Strichcode werden noch mal rund 60 Prozent der Adressen von der Maschine erkannt. Von den übrigen sendet er ein Foto an die Codiererinnen im ersten Stock.

          Hunderte Meter langes Förderband

          Im ersten Stock herrscht konzentriertes Tastaturgeklacker. Die Aufgabe der Codiererinnen ist, zu entziffern, was der Scanner nicht lesen konnte. Oft seien es die „kreativen Handschriften“, die die Maschinen scheitern ließen, sagt Paul. Oft passten aber auch Straße, Hausnummer und Postleitzahl nicht zueinander, zum Beispiel durch einen Zahlendreher in der Postleitzahl.

          Zusätzlich zum Strichcode, der die Adresse enthält, hat jedes Paket eine Identifikationsnummer, anhand deren es zurückverfolgt werden kann. In den vielen hundert Metern Förderband, die wie Achterbahnen ohne Loopings durch das Gebäude fahren, kann es dadurch nicht verloren gehen. Die Halle ist wie ein U aufgebaut, wie alle anderen deutschen Paketzentren auch.

          Das Prozedere habe sich in den letzten 20 Jahren kaum verändert, sagt ein Sprecher. Nur Qualität und Schnelligkeit hätten zugenommen. Das sei auch notwendig gewesen. „Der Online-Handel boomt.“ 2012 habe die Paketpost einen Zuwachs von elf Prozent verzeichnet, und noch immer wachse der Umsatz um fünf bis sieben Prozent im Jahr. Sperrige Gegenstände wie Bürostühle würden schon lange nicht mehr nur im Geschäft gekauft.

          Pakete bis zu 31,5 Kilo schwer

          Beliebt sei auch Hundefutter, schon allein weil dann der Paketbote die schweren Säcke in die Wohnung schleppt. 31,5 Kilo sind die Höchstgrenze, die die Post befördert. Und einige Firmen reizen sie auch aus. Zur Fußball-Weltmeisterschaft hätten sich viele Bierfässer per Post liefern lassen, an Weihnachten sind es neuerdings Christbäume, und zum Muttertag würden bis zu 15.000 Blumensträuße verschickt.

          „Und der E-Commerce ist erst am Anfang“, sagt der Sprecher. Die Post habe deswegen in den vergangenen fünf Jahren deutschlandweit 750 Millionen Euro in den Ausbau des Paketnetzes investiert. Allein in Frankfurt seien seit 2013 etwa 100 Paketshops dazugekommen. Nur an Weihnachten kommt das Paketzentrum in Rodgau seinen Grenzen sehr nah. Da laufen 400.000 Sendungen am Tag durch die Anlage, und die Förderbänder stehen nur zwei Stunden still, von 7 bis 9 Uhr.

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