https://www.faz.net/-gzg-7yk9u

Pro Rennbahn setzt sich durch : Bürgerentscheid zur DFB-Akademie in Frankfurt

  • Aktualisiert am

Hat einen Bürgerentscheid für den Erhalt der Rennbahn erreicht: Rebekka Unrath von der BI „Pro Rennbahn“, hier mit Pferd Obelisk Bild: Wonge Bergmann

Der Verband des Fußball-Weltmeisters muss sich bei seinem „Jahrhundertprojekt“ DFB-Akademie weiter mit Widerstand aus der Bevölkerung herumschlagen.

          Die Initiative Pro Rennbahn hat einen Bürgerentscheid in Frankfurt/Main erzwungen und damit die Debatte um das geplante millionenschwere Trainingszentrum des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) neu angeheizt. Die Überprüfung der Unterschriftenlisten hat nach Angaben der Stadt vom Mittwoch ergeben, dass von den 18.884 abgegebenen Unterschriften 13.715 gültig sind - erforderlich waren 13.604. Der DFB reagierte auch auf diese Nachricht gelassen, der Verband vertraut weiter auf die Zusage der Kommune.

          Die Stadt plant, den Bürgerentscheid nun noch vor den Sommerferien - wahrscheinlich im Juni - durchzuführen. Mindestens 25 Prozent der Stimmberechtigten müssten dann für den Erhalt der Galopp-Rennbahn stimmen, damit der ursprüngliche Beschluss des Magistrats gekippt wird. Der bereits bestehende 99 Jahre gültige Erbbauvertrag für das 15 Hektar große Gelände beläuft sich auf sieben Millionen Euro und müsste in diesem Fall komplett neu verhandelt werden.

          „2016 rollen die Bagger“

          Der DFB will auf dem Gelände der bisherigen Rennbahn eine 89 Millionen Euro teure Akademie bauen: Ein „Jahrhundertprojekt“, wie Präsident Wolfgang Niersbach sagte. Geplante Übergabe des Areals ist der 31. Dezember 2015. 213 Architekten aus aller Welt haben sich bereits beworben, im Mai sollen die vier Gewinner gekürt werden.

          „Das Bürgerbegehren ist ein demokratischer Prozess, den wir selbstverständlich respektieren. Gleichzeitig vertrauen wir den im Römer gefassten klaren Beschlüssen und sind zuversichtlich, dass die Frankfurter mehrheitlich die positiven Effekte der geplanten Akademie für ihre Stadt sehen“, sagte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker.

          „2016 rollen die Bagger, Ende 2018 sollten wir komplett umziehen“, hatte DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock im Dezember angekündigt. Zu den Widerständen aus der Bevölkerung sagte Niersbach damals: „Das ist alles in Absprache mit der Stadt geregelt, wir zweifeln nicht an der Seriosität. Wir haben nichts Verbotenes getan, wir haben nicht gedrängt.“ Das Gelände sei dem DFB schließlich angeboten worden.

          Die Initiative Pro Rennbahn wehrt sich dagegen, dass „eine 150 Jahre währende Tradition ausgelöscht wird“. Das Projekt DFB koste die Bürger Frankfurts nur Steuergeld fürs Prestige. 2015 läuft auf jeden Fall noch die komplette Turfsaison auf der Galopprennbahn. Dann sollen hier die A-Nationalmannschaft des DFB und andere Auswahlteams ihren Treffpunkt haben, auch die Spitzen-Schiedsrichter.

          Geplant sind neben Trainingsplätzen auch Hotel, Halle, medizinische und sportwissenschaftliche Einrichtungen sowie ein Pressezentrum. Auch die Verwaltung des 6,8 Millionen Mitglieder und 26 000 Vereine starken Verbandes will von der Otto-Fleck-Schneise zum neuen Akademiegelände umziehen.

          Weitere Themen

          Verpasste Musik, verpasste Reden, verpasste Flüge

          FAZ.NET-Hauptwache : Verpasste Musik, verpasste Reden, verpasste Flüge

          Was ist von Thorsten Schäfer-Gümbels Rücktritt zu halten? Und was unternimmt der Frankfurter Flughafen, damit weniger Passagiere ihren Flug verpassen? Das und was sonst noch wichtig ist in Rhein-Main steht in der FAZ.NET-Hauptwache.

          Einfach mal spazieren gehen Video-Seite öffnen

          Auslauf in der Mainmetropole : Einfach mal spazieren gehen

          Da steht kein Pferd auf dem Flur, sondern es spaziert quer durch Frankfurt. Jenny heißt die Stute und, nein, sie ist nicht weggelaufen, sondern hat offiziell Ausgang. Und das täglich und schon seit vielen Jahren - und ganz alleine, kilometerweit.

          Topmeldungen

          FAZ Plus Artikel: Terrorismus im Netz : In der Blase der Provokateure

          Kurz vor seinem Attentat in Christchurch hatte Brenton Tarrant seinen Plan im Netz angekündigt – und bekam begeisterten Zuspruch. Der islamfeindliche Terrorist in Neuseeland wurde durch die Trollkultur im Internet beeinflusst.
          Thomas Gottschalk versucht sich an einer neuen Literatursendung im Bayerischen Rundfunk.

          TV-Kritik: „Gottschalk liest?“ : Prominenz statt Kompetenz

          Die erste Ausgabe von „Gottschalk liest?“ ist ein Desaster für den Fernsehstar. Kritische Bemerkungen sind im Konzept der Sendung nicht vorgesehen, doch sowohl Publikum als auch Gäste verweigern den von Gottschalk angestrebten witzigen Grundton.

          Besuch in Washington : Trump und Bolsonaro „Seite an Seite“

          Bei ihrem ersten Treffen bieten Trump und Bolsonaro ein Bild der Einigkeit. Die gemeinsamen Werte, die sie betonen, decken sich in vielem mit der Agenda der Rechten in den Vereinigten Staaten und Brasilien.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.