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Modernste Schultoilette : Kleine und große Geschäfte vor Bildern der Banktürme

Hotelflair: Im Altbau der Helmholtzschule im Ostend sind die Schultoiletten saniert worden. Bild: Wolfgang Eilmes

Die sanitären Anlagen in vielen Schulen sind ein leidiges Thema. Das Frankfurter Helmholtz-Gymnasium will es nun besser machen und hat mit Hilfe von moderner Technik nachgerüstet.

          Aus Lautsprechern klingt dezent Musik. Der Boden ist farbig gestaltet. Die Wände zieren großformatige Motive der Stadt. Die Wasserhähne an den Doppelwaschbecken und die WC-Spülung können dank Sensoren berührungsfrei bedient werden. Es gibt wahlweise Handtrockner und Handtuchspender. Die neuen Schultoiletten der Helmholtzschule im Ostend dürften den Standard manches Hotels übertreffen. Nach zwei Jahren der Planung und des Umbaus sind im Altbau des Gymnasiums an der Habsburgerallee nun die sanierten Toilettenräume offiziell freigegeben worden. Schulleiter Gerrit Ulmke freut sich über die „modernsten Toiletten aller Frankfurter Schulen“. Auf jedem der vier Geschosse sind nun Damen- und Herrentoiletten zu finden, die zeigen, was aus zuvor verdreckten und in die Jahre gekommenen Schulklos werden kann.

          Bernd Günther

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Zustände in den WC-Anlagen vieler Schulen sind ein leidiges Thema. Umso mehr sei die Sanierung an der Helmholtzschule ein „Leuchtturmprojekt“ für die städtische Schullandschaft, meinte Bau- und Immobiliendezernent Jan Schneider (CDU) zur Eröffnung. Für die im April eingerichtete „Taskforce Schultoiletten“ werde die Schule ein gutes Lehrbeispiel sein, so Schneider. In der ämterübergreifenden Arbeitsgruppe wollen sich Vertreter des Amts für Bau und Immobilien, des Gesundheitsamts, des Stadtschulamts und des Stadtelternbeirats dem Problem Schultoiletten und deren Sauberkeit widmen. Dass hier Handlungsbedarf besteht, ist kein Geheimnis. Doch eine von Stadtelternbeirat und Stadtschülerrat initiierte Petition für saubere und sanierte Schulklos hatte den Druck auf die Ämter nochmals erhöht. Mehr als 4600 Unterstützer hatten sich der Petition angeschlossen.

          Vandalismus ist wichtiges Thema

          Die Situation verbessern soll auch der Abschluss neuer Reinigungsverträge. Dies hatte der Magistrat im Februar beschlossen. Künftig sollen Reinigungsleistungen besser an die Erfordernisse der einzelnen Schule angepasst werden. Je nach Gebäudegröße und Dauer des Schulbetriebs sollen Reinigungsintervalle verkürzt werden. An der Helmholtzschule, deren Vertrag neu ausgeschrieben wurde, sollen die Toiletten etwa nicht mehr wie bisher einmal abends, sondern künftig von einer Präsenzkraft zwischen 10 und 15.30 Uhr mehrmals gereinigt werden.

          Die Toiletten bieten nun einen Standard, der in Frankfurts Schulen seinesgleichen sucht: Sensorgesteuerte Wasserhähne und WC-Spülungen.

          Schulleiter Ulmke ist zuversichtlich, dass mit den neuen Toiletten pfleglich umgegangen werde. Allerdings ist Vandalismus auch an der Helmholtzschule ein Thema. Daher habe die Schule entschieden, die neuen Toiletten nur während der Pausen zu öffnen. Wer während der Unterrichtsstunde ein dringendes Bedürfnis verspürt, muss die alten Toiletten auf dem Schulhof nutzen. Die Zuversicht des Direktors gründet aber auf dem vorausgegangenen Beteiligungsverfahren. Eine Schülerinitiative hatte Vorstellungen von den Toiletten formuliert, die vom Hochbauamt berücksichtigt wurden. So sind etwa die Türen zum Flur mit Milchglas versehen, was die soziale Kontrolle erhöhen soll. Erfüllt wurde auch der Wunsch nach gesonderten Schminkspiegeln im Mädchen-WC.

          Auch hatten Lehrer und Schüler gemeinsam die Fotomotive ausgewählt: Ob Skyline, Stadtwald mit Goetheturm oder Dinosaurier vor dem Senckenbergmuseum – auf jeder Etage finden sich andere Motive. So sind für Lehrer und Schüler nun kleine und große Geschäfte im Angesicht der Bankentürme möglich. Ganz preiswert war dies nicht: 618.000 Euro kostete die Sanierung.

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