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Deutscher Grillmeister : Sterne-Niveau auf dem Rost

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Feuer und Flamme für das gebratene Fleisch: die Grillmeisterschaft in Fulda Bild: dpa

Mit reichlich Glut und Kreativität: Grill-Asse aus der gesamten Republik haben ihren Meister ermittelt. Auch die anderen Starter begeistern die Jury mit abgefahrenen Rezeptideen.

          Es zischt und brutzelt an jeder Ecke. Der Duft von frisch gegrillten Leckereien liegt in der Luft. Auf den Tellern werden Kreationen angerichtet, die Zuschauer und Jury bei den Deutschen Grill-Meisterschaften am Sonntag in Fulda begeistern. „Es ist der Wahnsinn, mit welcher Kreativität und welchem Können die Teilnehmer-Teams beeindrucken“, sagt der Präsident der German Barbecue Association, Volker Elm. „Was da auf dem Rost gezaubert wird, bewegt sich meines Erachtens auf Sterne-Niveau.“

          Die Krone des neuen Grillkönigs bekam abermals ein Bayer. Dirk Poerschke aus Sennfeld sicherte sich den Titel. Er siegte mit seinem Team „BBQ Team Los Grillos“ und setzte sich im Feld der Profimannschaften durch. Die Profis mussten sechs Gänge zubereiten: Rhönforelle, vegetarisch, Schweinerücken, eine frei wählbare Spezialität, Rinderbrust (Brisket) und ein Dessert. Grillmeister Poerschke servierte drei Variationen aus der Rinderbrust, glasiert mit Himbeer-Pflaumen-Sauce. Dazu reichte er Gemüse.

          Grillkönig kommt aus Bayern

          Vorjahressieger Schulz gestand verärgert ein, dass sein Schweinerücken „nichts geworden“ war. „Das Niveau ist brutal gestiegen. Es herrscht große Verbissenheit“, sagte er. Um die Jury zu begeistern, sei Kreativität und Optik wichtig. Der Spruch „Das Auge isst mit“ genieße enormen Stellenwert. So versuchte Schulzes Team, für Hingucker zu sorgen – Burgerbrötchen wurden nach Bedarf mit Rote-Beete-Saft oder Sepia-Tinte eingefärbt. „So ein Teller lebt von Farbe.“

          Mehr Hitze: Rund drei Dutzend Teams haben in Fulda um den Titel des Deutschen Meisters gegrillt. Bilderstrecke

          Beim Otto-Normal-Griller ist weiterhin das Schweinenackensteak die Nummer eins, wie Gero Jentzsch vom Deutschen Fleischer-Verband aus Frankfurt sagte. In der wachsenden Grill-Gemeinde werde aber auch zunehmend zu ausgefalleneren Grillspezialitäten und Fleischstücken gegriffen. „Die Grill-Experten wollen besondere Steaks von besonderen Rinderrassen.“ In den Fleischerfachgeschäften werde nach Tomahawk, Flat Iron, Flank oder Brisket gefragt. „Wer es noch ausgefallener mag, dem sei Picanha vom Rind oder Secreto vom Schwein empfohlen.“

          Aber nicht nur das Fleisch wird hochwertiger. Auch in die Grills investieren die Enthusiasten enorme Summen. Laut Barbecue Industry Association Grill geben deutsche Verbraucher jährlich mehr als eine Milliarde Euro für Geräte, Brennstoffe und Zubehör aus. Der Trend gehe zu hochwertigeren Grills und ganzen Outdoor-Küchen. Wie man richtig grillt, weiß aber nicht jeder. Der Meister von 2017 mahnt: Jeder Zweite grille viel zu heiß und mit zu viel Kohle. Dabei sei weniger mehr. Denn: „Wenn’s verbrannt ist, ist es kaputt.“

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