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Cansativa : Start-up wird einziger Großhändler für deutsches Cannabis

Die Brüder Benedikt (links) und Jakob Sons haben 2017 den Cannabis-Handel Cansativa gegründet. Bild: Michael Kretzer

2,6 Tonnen Cannabis im Jahr dürfen in Deutschland angebaut und geerntet werden. Ein Frankfurter Start-up darf sie nun als einziges Unternehmen an Apotheken vertreiben.

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          Cansativa aus Frankfurt hat als einziges Unternehmen die Erlaubnis des Bundesarzneimittelinstituts erhalten, legales Cannabis aus Deutschland an Apotheken zu vertreiben. Zudem sei Cansative für die Lagerung, Kommissionierung und Logstik zuständig, teilten die Gründer Jakob und Benedikt Sons mit. Dabei geht es ausschließlich um Blüten, die in Deutschland angebaut wurden. Der Auftrag hat ein Volumen von 10,4 Tonnen in vier Jahren.

          Falk Heunemann
          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Seit März 2017 ist es Ärzten in Deutschland erlaubt, Cannabisblüten und -extrakte als Betäubungsmittel zu verschreiben, etwa zur Schmerzlindungen bei Schwerkranken. Der Markt wächst seitdem kräftig. im vergangenen Jahr wurden knapp 7 Tonnen Cannabis verschrieben, in diesem Jahr dürften es bis zu zehn Tonnen sein. Bislang kommt die Mehrheit der legalen Ware aus dem Ausland. Im Frühjahr 2019 wurde drei Unternehmen in Deutschland der Anbau von 2,6 Tonnen im Jahr  erlaubt, die erste Ernte wird in diesem Jahr erwartet.

          Hanflager in Mörfelden-Walldorf

          Kontrolliert werden Anbau, Ernte, Verarbeitung und Handel durch eine staatliche Cannabisagentur, die beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte angesiedelt ist. Sie erteilte nun Cansativa den Zuschlag, die von den Unternehmen Aurora, Aphria und Demecan hergestellten Produkte zu vertreiben, zu lagern und zu liefern. Empfänger werden Apotheken sein. „Wir sind stolz, dass unser Angebot und unsere Expertise das Bundesinstitut überzeugen konnten“, sagte Co-Gründer Jakob Sons.

          Cansativa wurde im Mai 2017 gegründet und ist bislang vor allem als Importeur und Großhändler von medizinischem Cannabis bekannt geworden. Die Ware stammt von zertifizierten Herstellern aus Kanada, Lateinamerika und den Niederlanden. Sons bezeichnete das Unternehmen als „One-Stop-Shop“. Der Unternehmenssitz ist in Mörfelden-Walldorf, in direkter Nachbarschaft zum Frankfurter Flughafen.

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