https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/deutscher-thomas-cook-droht-zerschlagung-16468249.html

Insolventer Reiseveranstalter : Deutscher Thomas Cook droht Zerschlagung

Die bisherige Zentrale von Thomas Cook in Oberursel Bild: dpa

Die Konzernzentrale des deutschen Reiseveranstalters Thomas Cook in Oberursel nahe Frankfurt könnte zum 1. Dezember endgültig schließen. Nur einige Töchter und Marken haben nach jetzigen Stand eine Aussicht, neue Eigner zu finden.

          1 Min.

          Etwa sechs Wochen nach der Pleite des britischen Mutterkonzerns bereitet der deutsche Reiseveranstalter Thomas Cook die Geschäftsaufgabe vor. Für den 1. Dezember werde die Schließung des operativen Geschäftsbetriebs vorbereitet, teilte der Insolvenzverwalter Ottmar Hermann mit. Sollte bis Ende November kein Investor gefunden werden, droht rund 1000 Mitarbeitern, die meisten am Konzernsitz Oberursel, die Kündigung.  Es sei bisher nicht gelungen, einen Käufer für das gesamte deutsche Unternehmen zu finden. Zur deutschen Tochter gehören auch die Marken Öger Tours, Bucher, Neckermann Reisen und Air Marin.

          Falk Heunemann
          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Trotz unermüdlicher Verhandlungen spielt nun aber die Zeit gegen uns, so dass zum jetzigen Zeitpunkt kein konkretes Angebot für den Veranstalterbereich der Thomas Cook Touristik GmbH vorliegt“, sagte Rechtsanwalt Fabio Algari, der neben Hermann und Julia Kappel-Gnirs Ende September zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Tochterunternehmen bestellt wurde. Investoren zeigten Interesse nur an einzelnen Unternehmensteilen, unter anderem an Bucher Reisen, Öger Tours und den Namensrechten an Neckermann und Air Marin, teilten die Insolvenzverwalter mit.

          Der deutsche Reiseveranstalter hatte kurz nach der Pleite seines Mutterkonzerns selbst Insolvenz angemeldet, jeglichen Vertrieb eingestellt, künftige Reisen storniert und Touristen aus dem Ausland nach Deutschland zurückgeholt. Weil er unterversichert ist, müssen viele Urlauber und Kunden damit rechnen, nur einen Teil ihrer Vorauszahlungen erstattet zu bekommen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ein Hoch auf die gute Nachbarschaft: Deutsche und schweizerische Passagierschiffe bei einer Sternfahrt auf dem Bodensee vor zwei Jahren

          Schweizer Neutralität : Das Gold der Russen

          Ist die Schweiz eine Insel der Glückseligen? Vor der Bundesratswahl liegen zwischen Deutschland und den Eidgenossen die Nerven blank.
          Erster Schnee: Ukrainische Soldaten schießen am 23. November auf russische Stellungen an der Frontlinie an einem ungenannten Ort im Gebiet Donezk.

          Schnee und Eis in der Ukraine : Wen zermürbt der erste Kriegswinter?

          Die Schlammperiode in der Ukraine weicht Eis und Schnee. Welcher Kriegspartei das mehr schadet, darüber gehen die Meinungen auseinander. Unstrittig ist: Den Soldaten verlangt der Winter eine Menge ab.
          Die Werke von Philip Guston – hier „Ride“ von 1969 – sind trotz ihrer kritischen Befassung mit dem Ku-Klux-Klan inzwischen so umstritten,  dass Ausstellungen ausgesetzt werden.

          Identitätspolitik : Die Gedanken sind nicht mehr frei

          Die Diskursverbote bestimmten in Amerika nicht mehr nur die Verlage und Hollywood, das gesamte Bildungswesen ist davon durchdringen: Warum eine solche Identitätspolitik ein Ausverkauf der Phantasie ist. Ein Gastbeitrag des Pen America-Präsidenten.
          Rot, gelb, grün: SPD-Mann Axel Schäfer, der Liberale Olaf in der Beek und Max Lucks von den Grünen Ende November bei Weihnachtsgebäck im Bundestag

          Bilanz der Bundesregierung : Ein turbulentes Jahr zu dritt

          Der Bundeskanzler sprach kürzlich von der Ampel als einer WG. Wie lebt es sich da? Ein Roter, ein Gelber und ein Grüner diskutieren darüber miteinander.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.