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Bezahlen im Stadion : Die Eintracht von Commerzbank und Deutscher Bank

Commerzbank-Arena: Bezahlen mit dem System der Deutschen Bank. Bild: Ricardo Wiesinger

Neuerung für Eintracht Frankfurt: Bald können Zuschauer im Waldstadion nicht nur bar bezahlen, sondern auch mit dem Smartphone. Welche Vorteile hat das neue System?

          Von der Bundesligasaison 2010/21 an gibt es im Waldstadion ein neues Bezahlsystem. Eintracht Frankfurt und die Deutsche Bank gaben am Montag bekannt, gemeinsam an einem solchen System zu arbeiten, bei dem die Fans künftig ihre Speisen und Getränke im Stadion, aber auch bei anderen Veranstaltungen mit dem Smartphone oder wieder mit einer Scheckkarte bezahlen können. Nicht nur Kunden der Deutschen Bank sollen das System nutzen können, heißt es, sondern jeder Besucher, der ein deutsches Bankkonto besitzt.

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Im Mai 2017 hatte der bisherige Betreiber Payment Solution, mit deren „Just Pay“-System Fans der Eintracht über Jahre hinweg im Waldstadion bezahlen konnten, Insolvenz angemeldet. Damals erhielten viele von ihnen den zuvor auf die Karte eingezahlten Betrag nicht zurück. Zudem gab es innerhalb der Stadionbesucher immer wieder Kritik an dem System, weil die Kunden in der Arena ihr Guthaben zunächst an einem „Just-Pay“-Stand aufladen und sich dann noch in der Getränke-Schlange anstellen mussten. Seit der Insolvenz des Unternehmens wird in der Arena mit Bargeld bezahlt.

          Pikant an der Meldung

          Die Namensrechte des Stadions gehören der Commerzbank, das weite Rund nennt sich deshalb auch „Commerzbank-Arena“, und Kunden des Hauses kommen vor der Haupttribüne auch schneller ins Stadion, ohne lange anstehen zu müssen. Dass ausgerechnet dort künftig mit Karten der Deutschen Bank bezahlt wird, klingt skurril – könnte nach einer Fusion beider Häuser aber auch wieder ganz normal sein.

          Eintracht-Vorstand Axel Hellmann sagte, man habe von mehreren Anbietern innovative und konzeptionell starke Angebote vorgelegt bekommen – Informationen dieser Zeitung zufolge soll die Frankfurter Sparkasse, ebenfalls bereits heute Partner des Klubs, in der engeren Auswahl gewesen sein. Die Commerzbank hingegen soll kein Angebot für das Bezahlsystem abgegeben haben.

          Man sei stolz darauf, sich gegen starke Wettbewerber durchgesetzt zu haben, sagte Deutsche Bank-Firmenkundenchef Stefan Bender. Axel Hellmann ergänzte, nach den „kritischen Erfahrungen aus der Vergangenheit“ mit „Just-Pay“ sei es wichtig gewesen, den Kunden mit dem neuen System Mehrwerte und Sicherheit zu geben.

          Qual der Wahl für den Fan

          Der Fan kann künftig wählen, ob er im Stadion mit einer klassischen Kundenkarte oder mit dem Smartphone bezahlen will, das Geld wird nach dem Kauf vom hinterlegten Konto des Kunden abgebucht. Die Zahlung mit dem Smartphone funktioniert über eine virtuelle Karte, die in die Wallet-Funktionen der Handys eingebunden sein soll.

          Daneben sollen die Fußballanhänger auch weiterhin an den Ständen bar bezahlen können. Allerdings sagte ein Sprecher der Eintracht gegenüber dieser Zeitung, es sollten Anreize geschaffen werden, die neben der Bequemlichkeit des mobilen Bezahlens weitere Vorteile biete – das könnten zum Beispiel Rabatte sein. Zudem soll es unterschiedliche Kassen für die Systeme geben, die Wartezeiten dürften an den mobilen Systemen kürzer sein.

          Die neue Kooperation ist nur ein Teil der Digitalpartnerschaft zwischen der Eintracht und der Deutschen Bank, die seit November 2017 bei dem Verein als Premiumpartner geführt wird.

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