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: Deutliche Worte

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Das waren deutliche Worte, die der CDU-Landesregierung und vor allem Kultusministerin Karin Wolff gestern zum Thema "Turbo"- Abitur entgegenschallten. Daß der Philologenverband die Verkürzung der gymnasialen ...

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          Das waren deutliche Worte, die der CDU-Landesregierung und vor allem Kultusministerin Karin Wolff gestern zum Thema "Turbo"- Abitur entgegenschallten. Daß der Philologenverband die Verkürzung der gymnasialen Schulzeit ablehnt, ist zwar nicht neu, und auch das "Nein", das der Landeselternbeirat dazu sagt, ist den Verantwortlichen in Wiesbaden bekannt, schließlich ist das Gremium in stetem Kontakt mit der Ministerin. Dennoch läßt sich die gestern geäußerte massive Kritik, der sich auch die Landesschülervertretung anschloß, wohl nicht einfach abtun. Dies vor allem deshalb, weil hinter der kritischen Argumentation durchaus Reformwille steht, aber keine Zustimmung zu der Art und Weise, in der die hessische Schulpolitik in diesem Punkt eine Reform durchsetzt.

          Auch wenn sich nicht der Eindruck aufdrängt, am Entwurf des neuen Schulgesetzes in seiner jetzigen Fassung werde im Landtag noch viel geändert werden, ist es wichtig, sich mit Kritik öffentlich auseinanderzusetzen. Nach der gestrigen gemeinsamen Pressekonferenz von Philologenverband, Landeselternbeirat und Landesschulsprecher wies das Kultusministerium die Kritik zurück ("Hessen hat den Weg zum Abitur nach 12 Jahren seit 1999 sehr sorgfältig vorbereitet"), die oppositionellen Grünen sprachen von einer "Breitseite" gegen die hessische Bildungspolitik. Die SPD schloß sich dem konservativ-liberalen Philologenverband an, die FDP forderte, wie schon so oft und wie gestern auch die Vorsitzende des Landeselternbeirats, die institutionell frühere Einschulung der Kinder.

          Rede und Gegenrede sind im Geschäft von Politik und politischer Öffentlichkeitsarbeit substantiell und legitim. Daß sich neben Parteien und Bildungsverbänden die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände zu den Themen Schule und Hochschule äußert, gehört dazu. Zu sagen, es habe "keinen Sinn, im Bahnhof über den Fahrplan zu diskutieren, wenn der Zug längst abgefahren ist" - so äußerte sich gestern Hauptgeschäftsführer Volker Fasbender -, hat allerdings einen unangemessen abschätzigen Ton. Immerhin wird es zum Thema Schulgesetz noch eine Anhörung in der Landeshauptstadt geben, und auch bei dieser wird wohl nicht nur Zustimmung formuliert werden.

          JACQUELINE VOGT

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