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Programmänderung : Der Sender HR 2 wird zur Klassikwelle

Erstklassiger Klangkörper: das Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks beim Open-Air-Auftritt in Frankfurt Bild: PantherMedia / Boguslaw Sajak

Der Hessische Rundfunk plant einen tiefgreifenden Umbruch im Programm. HR2 soll dabei grundlegend neu ausgerichtet werden.

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          Das Hörfunk-Programm des Hessischen Rundfunks steht vor einem tiefgreifenden Umbau. Ein Sprecher bestätigte dies, wonach das Programm von HR 2 grundlegend neu ausgerichtet werden soll. Geplant ist, daraus eine Klassikwelle zu machen, deren oberstes Kriterium die „Durchhörbarkeit“ ist. Die Wortsendungen sollen zumindest zum großen Teil einen neuen Platz erhalten, entweder im Programm von HR-Info oder im Internet auf hessenschau.de.

          Manfred Köhler
          Ressortleiter der Rhein-Main-Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Der Sprecher des Hessischen Rundfunks hob hervor, dies sei kein neues Sparprogramm des Senders, der das Jahr 2018 mit einem Verlust abgeschlossen hatte. Vielmehr gehe es darum, sich am Verhalten der Nutzer zu orientieren. Man habe sich im Haus in den vergangenen eineinhalb Jahren ausführlich damit befasst, wie heutzutage Beiträge zu kulturellen Themen konsumiert würden. Die Geschäftsleitung habe sich schließlich die Vorschläge einer Arbeitsgruppe zu eigen gemacht. Wie die Vorgaben verwirklicht würden, stehe im Einzelnen noch nicht fest, so lasse sich zum Beispiel noch nicht sagen, was aus einer solch erfolgreichen Sendung wie „Der Tag“ werde.

          Auch jetzt wird auf HR 2 schon viel klassische Musik ausgestrahlt, doch wechselt sich dies mit Wortsendungen ab. Neben der Sendung „Der Tag“ zu einem täglich anderen Thema sind Gedichte zu hören und Lesungen von Romanen, eine Kulturpresseschau sowie Magazine wie „Doppelkopf“ und „Das Kulturcafé“. Allerdings findet das Programm in seiner heutigen Form immer weniger Zuspruch. Allein von 2017 bis 2019 ist laut Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse die Zahl der Radiohörer, die das Programm während eines Werktags zwischen 5 und 24 Uhr mindestens einmal eingeschaltet haben, von 148.000 auf 117. 000 gesunken, ein Rückgang um ein Fünftel. Das sind Zahlen für ganz Deutschland, in Hessen fiel der Rückgang sogar noch höher aus.

          Auf der Suche nach einem jüngeren Publikum

          Der Sprecher des Hessischen Rundfunks sagte, das Ziel der Neuerungen sei es, ein jüngeres Publikum zu erreichen. Die Frage laute, wie Nutzer heute Inhalte konsumierten, inwiefern dies zeitversetzt geschehe und wie wettbewerbsfähig die eigene Mediathek sei. Indem Online-Plattformen wie hessenschau.de ausgebaut würden, ließen sich breite Nutzerschichten erreichen. Inhalte müssten künftig dort bereitgestellt werden, wo sie auch abgerufen würden.

          Die Mitarbeiter seien in die Reform eingebunden, auch schon, als 2018 der Programmbereich „Hessen Information“ aufgebaut worden sei, in dem Kollegen von Hörfunk, Fernsehen und Internet zusammenarbeiteten. Die stärkere Ausrichtung von HR 2 auf klassische Musik werde auch dazu führen, dass den eigenen Orchestern, der HR-Bigband wie dem Sinfonieorchester, eine Heimat geboten werde.

          Der Frankfurter Sender hat das Geschäftsjahr 2018 mit einem Fehlbetrag von 76,5 Millionen Euro abgeschlossen. Erwartet worden war ein noch größerer Verlust, weshalb Intendant Manfred Krupp hervorhob, die Sparprogramme der vergangenen Jahre hätten Erfolge gezeitigt. Bei der Vorlage der Zahlen hatte Krupp schon darauf hingewiesen, man müsse stärker Prioritäten setzen und das Haus zugleich trimedial für die Zukunft ausrichten.

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