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Artenschutz gegen Umweltschutz : Der Rotmilan als Windrad-Schreck

Rotmilane werden häufig Opfer von Windkraftanlagen, weil sie im Flug meistens auf den Boden schauen Bild: dpa

Windräder sind im Kampf gegen den Klimawandel eine bevorzugte Energiequelle. Doch die Standortsuche gestaltet sich als problematisch. Denn die Anlagen werden zu Gefahr für den Artenschutz.

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          Große Spannweite, langer Schwanz, eleganter Flug: Ornithologen kommen ins Schwärmen, wenn sie den Rotmilan beschreiben. Manch einer bezeichnet ihn sogar als den Greifvogel, der in seiner Stattlichkeit dem Adler am nächsten komme. Selbst für Laien gut erkennbar ist der Rotmilan an seinem gegabelten Schwanz. Früher nannte man ihn deshalb Gabelweihe oder Königsweihe. Befürworter der Windenergie in Hessen sind allerdings nicht gut auf den Rotmilan zu sprechen. Mit seinen Nestern hat er schon unzählige Windräder verhindert. Umgekehrt haben Bürgerinitiativen beträchtliche Summen in Gutachten investiert, in der Hoffnung, ein Rotmilan könnte ein geplantes, unliebsames Windvorranggebiet vereiteln.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Plan der Regionalversammlung Südhessen für Windvorranggebiete im Regierungsbezirk Darmstadt, über den heute entschieden wird, ist ebenfalls vom Brutverhalten des Greifvogels beeinflusst worden, obwohl der Rotmilan nicht einmal nesttreu ist. Jedenfalls kehrt er aus den südeuropäischen Winterquartieren nicht so beständig zum gleichen Horst zurück, wie es Störche tun – etwa der ausschließlich im Wald brütende Schwarzstorch, der ebenfalls schon viele Windradprojekte hat scheitern lassen.

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