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Hessenderby : „Rätselhaft, woher der Hass in der Szene kommt“

  • -Aktualisiert am

Beim Hinspiel im Dezember brannten im Frankfurter Block Banner der Darmstädter. Bild: Picture-Alliance

Rüdiger Fritsch, Präsident des SV Darmstadt 98, über das bevorstehende Hessenderby gegen die Frankfurter Eintracht und die möglichen Begleiterscheinungen.

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          Schauen Sie mit beklemmenden Gefühlen auf das Hessenderby und die möglichen Begleiterscheinungen?

          Ja, denn leider hat all das, was drum herum gerade passiert, nichts mit unserem geliebten Fußballsport zu tun. Es ist schade, dass man sich als Verein mit diesen Dingen auseinandersetzen muss. Es ist ein hessisches Derby zwischen zwei Erstligaklubs, das in ein völlig falsches Licht gerückt wird durch einige wenige, welche die Plattform Fußball mal wieder missbrauchen.

          Nun sind Sie von Beruf Jurist und Präsident des SV Darmstadt 98. Haben Sie zwei Meinungen zu dem ausgesprochenen Innenstadtverbot für Eintracht-Anhänger?

          Den Juristen Fritsch können wir in dieser Hinsicht weglassen. Öffentliches Sicherheitsrecht ist nicht mein Kerngebiet. Und als SVD-Präsident bin ich auch nicht berufen, mich dazu zu äußern. Das ist Sache der Spezialisten bei den Sicherheitsbehörden. Für mich ist es generell rätselhaft, woher der Hass in der Szene kommt – wir waren ja 30 Jahre von der Bildfläche des großen Fußballs verschwunden. Es gibt dementsprechend ja überhaupt keine große Derby-Geschichte.

          Besorgt: Darmstadts Präsident Rüdiger Fritsch
          Besorgt: Darmstadts Präsident Rüdiger Fritsch : Bild: Wonge Bergmann

          Bei Ausschreitungen und Krawallen bleibt immer etwas am gastgebenden Klub hängen. Was ist da für die „Lilien“ zu befürchten?

          Jetzt kann ich doch ein bisschen juristisch werden: Wir als Veranstalter eines Fußballspiels sind ab den Stadiontoren verantwortlich, außerhalb geht es um allgemeine Fragen der Sicherheit und Ordnung, mit denen wir erst mal nichts zu tun haben.

          Halten Sie es für möglich, dass die Darmstädter Fans nicht alle Provokationen hinnehmen und ebenfalls auffällig werden?

          Ich habe sehr großen Respekt, wie unsere Fangemeinde die Situation damals im Hinspiel und jetzt aufgenommen hat beziehungsweise aufnimmt. Nämlich mit großer Gelassenheit und Zurückhaltung. Unsere Fans sind weiterhin froh, dass wir überhaupt in der Bundesliga spielen und uns auf dem Spielfeld anständig schlagen – und nicht anderswo mit anderen Fans.

          Der Klassenverbleib erscheint drei Spieltage vor Saisonende schon so nahe ...

          ... mit sehr guten 35 Punkten auf dem Konto werden wir sicherlich nicht sagen: Wir schaffen es definitiv nicht. Wir haben vor, bei den letzten drei Partien anzutreten und um die große Chance zu kämpfen, das nächste Wunder zu vollbringen.

          Sie haben vor Wochen gegenüber dieser Zeitung angedeutet, dass Sie im September unter Umständen nicht mehr zu einer weiteren Amtszeit antreten. Treten Sie noch mal an?

          Ich bin seit 2008 für den Verein tätig und sehe, was in dieser Zeit, beginnend mit meinem Präsidentenvorgänger Hans Kessler, entwickelt und aufgebaut wurde. Unabhängig von der sportlichen Situation geht es bei uns um das Stadionthema und andere strukturelle Fragen der Zukunft. Über die Sommerpause werde ich entscheiden, ob für mich die nötige Perspektive und Motivation vorhanden ist.

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