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Der neue Weg des FFC : Nur noch Mittelmacht

  • -Aktualisiert am

Manager, Macher, Investor und Entscheider: Siegfried Dietrich, Manager des Frauenfussballvereins FFC Frankfurt Bild: Frank Röth

Der 1. FFC Frankfurt setzt nicht mehr auf die besten Spielerinnen von nah und fern, sondern auf Nachwuchskräften aus dem eigenen Stall. Der neue Weg ist aus der Not gewachsen, doch trägt erste Früchte.

          In der kommenden Saison ist es so weit: Der 1. FFC Frankfurt wird aller Voraussicht nach ohne eine einzige deutsche Nationalspielerin im Kader dastehen. Nichts schildert eindrücklicher die Wandlung von der Heimstatt für Stars hin zu einer Mittelmacht des deutschen Frauenfußballs. Siegfried Dietrich, Manager, Macher, Investor und Entscheider beim FFC, war schon immer ein Verpackungskünstler. Einst bewarb er mit Inbrunst den Frankfurter Weg, dass die besten (National-)Spielerinnen von nah und fern beim FFC zu versammeln und auf alle möglichen Titelgewinne einzuschwören seien. Seit zwei Jahren nun ist Dietrich Feuer und Flamme für das neue Projekt, eine von Nachwuchskräften aus dem eigenen Stall durchsetzte Mannschaft hinter den finanziell protegierten Großklubs VfL Wolfsburg und Bayern München zu verankern.

          Keine Frage, der neue Weg ist aus der Not und zunächst nicht aus Überzeugung gewachsen. Doch trägt er erste Früchte und wirkt mittlerweile authentisch. Vor allem, weil er kraftvoll gelebt wird von Cheftrainer Niko Arnautis. Der Deutsch-Grieche hat mit Tanja Pawollek, Janina Hechler und Sophia Kleinherne schon drei eigene Jugendspielerinnen – weitere rücken nach – nicht nur auf Bundesliganiveau gehievt, sondern gibt ihnen auf dieser Bühne auch unverbrüchliches Vertrauen. Das zahlt sich aus. Vor allem in der aktuellen Saison steht ein echtes Team auf dem Platz, das kämpferisch hingebungsvoll und spielerisch ansehnlich agiert.

          Immer weniger Zuschauer

          Aber die verbliebenen Stars aus der alten Ära verlassen den Klub in Scharen. Kathrin Hendrich, Ana Maria Crnogorčević und vielleicht auch Jackie Groenen sind die Nächsten, die sich auf Sicht nicht mit der Aussicht zufriedengeben, um die Plätze drei bis sechs zu kicken. Vor immer weniger Zuschauern, die sich dies im Stadion am Brentanobad live ansehen wollen. Der von Dietrich einst als Ziel erkorene Schnitt von 3000 Heimspielbesuchern wurde schon zu Zeiten nicht erreicht, als der FFC eine namhafte Weltauswahl beschäftigte. Nunmehr sind es nicht mal mehr die Hälfte an Besuchern.

          Am Sonntag gegen den USV Jena waren es 1250 Zuschauer – an einem frühlingshaft sonnigen Tag, an dem zudem der Männer-Profifußball pausierte. Liegt es auch am Schwund deutscher Nationalspielerinnen? Allein mit vermehrten Liveübertragungen im Internet oder in Nischensendern ist dies, wie es Verpackungskünstler Dietrich tut, nicht zu erklären.

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