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Forscher im Amazonas-Regenwald : Der Turm und die Invasion der Orks

  • -Aktualisiert am

Spitzenforschung: 325 Meter über dem Regenwald erhebt sich das „Amazonian Tall Tower Observatory“. Bild: Max-Planck-Institut für Chemie

In Brasilien untersucht der Mainzer Chemiker Jonathan Williams die Ausdünstungen des Dschungels. Die Arbeit ist schweißtreibend – nicht nur wegen der Hitze.

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          Wie viele Stufen es genau sind, hat Jonathan Williams nie gezählt. Es müssen an die 1500 sein. „Am besten geht man morgens um 4 Uhr los, dann ist die Hitze erträglich.“ Eine halbe Stunde braucht der 51 Jahre alte Forscher, um die riesige, rote Stahlkonstruktion zu erklimmen, die sich 325 Meter in die Höhe reckt. Der Ausblick von der obersten Plattform lässt selbst weitgereiste Wissenschaftler ehrfürchtig verstummen. Wie ein wogendes grünes Pflanzenmeer breitet sich der Regenwald in sanften Wellen bis zum Horizont aus. Hier gibt es nichts außer Himmel, tropischer Vegetation, schwirrenden Insekten und wilden Tieren. Ein Ort, an dem der Einzelne sich ganz klein fühle und wo „man erst richtig wahrnimmt, wie gigantisch dieses Ökosystem ist“, sagt Williams. Er ist sich sicher: Wenn mehr Menschen diesen Ausblick genießen könnten, würde der Amazonas-Regenwald besser geschützt.

          Das einzigartige Bauwerk, das so hoch ist wie der Eiffelturm, steht 150 Kilometer nördlich von Manaus im brasilianischen Amazonasgebiet. Es gibt keine Stadt, kein Dorf in der Nähe, und das ist gut so. „Für unsere Messungen brauchen wir Regenwald pur“, sagt Williams, Gruppenleiter am Mainzer Max-Planck-Institut für Chemie. Atto – Amazonian Tall Tower Observatory – heißt das deutsch-brasilianische Projekt, das von dem Mainzer Institut koordiniert wird. 2015 wurde der Turm fertiggestellt, die Kosten von rund 8,4 Millionen Euro haben sich Deutschland und Brasilien geteilt.

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