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Der Lokaltermin : Rind und Traube

Keine Sperenzien: Der Gastraum des „Ojo de Agua“ an der Hochstraße. Bild: Frank Röth

Das kleine Steakrestaurant „Ojo de Agua“ in der Frankfurter Innenstadt hat noch nicht offiziell eröffnet und doch ist es schon jetzt beliebt. Denn es bietet Fleisch und Wein in außergewöhnlicher Qualität an. Der Lokaltermin.

          Das nennt man wohl Reduktion auf das Wesentliche: Kaum mehr als zehn Positionen umfasst die Speisekarte. Ein paar mehr sind es auf der Weinkarte. Auswahl ist etwas anderes. Und auch bei der Einrichtung hat Dieter Meier auf größere Sperenzien verzichtet. In seinem „Ojo de Agua“ herrscht zeitlose Schlichtheit: klassische Bistro-Möbel an freigelegtem Mauerwerk, schöne Fliesen, eine mächtige Theke, das ist alles.

          Peter Badenhop

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dieter Meier? Wer die Achtziger erlebt hat, der kennt diesen Schweizer. Seine Lieder haben es damals überall auf der Welt in die Charts geschafft. Zusammen mit seinem Partner Boris Blank machte Meier die Elektropop-Formation „Yello“ zum Riesenerfolg: Der endgültige Durchbruch in Deutschland gelang 1988 mit der Single „The Race“, die später auch zur Titelmusik der Musikvideosendung „Formel Eins“ wurde.

          Ohne Reservierung wird es schwierig

          Das ist lange her. Schon seit vielen Jahren züchtet Meier in Argentinien Rinder und baut dort auch Wein an. In Zürich gibt es seine Bio-Erzeugnisse schon seit ein paar Jahren, in Frankfurt erst seit ein paar Wochen. An der Hochstraße, wo früher das Restaurant „Avocado“ residierte, hat Meier sein „Ojo de Agua“ eingerichtet, ein kleines Steakrestaurant mit nur 40 Plätzen - und dem erwähnten, sehr reduzierten Angebot. Die offizielle Eröffnung will Meier erst nächste Woche feiern, aber schon jetzt geht in seinem Lokal ohne Reservierung so gut wie nichts mehr.

          Das hat einen einzigen Grund: die außergewöhnliche Qualität von Fleisch und Wein. Als Vorspeisen stehen Parmesan, Pata Negra, Palmenherzen mit Tomaten-Trüffel-Chutney und Tatar auf dem Programm, alles vereint auf der Ojo-Platte für 18 Euro. Als Hauptgericht gibt es das Fleisch in drei Varianten: als zupackend gewürztes Beef-Tatar mit vielen Kapern, als Roastbeef oder Filet (18 bis 29 Euro). Dazu wird hausgebackenes Brot, grüner Salat mit Bohnen und Beeren, eine ungewöhnlich dunkle, großartig abgeschmeckte Cafè-de-Paris-Sauce und klassische argentinische Chimichurri serviert.

          Auch die Weinbegleitung überzeugt

          Das Fleisch wird nur medium angeboten und bei Niedrigtemperaturen gegart. So fehlt ihm zwar die übliche krosse Kruste, es glänzt dafür aber mit einem bemerkenswert intensiven Geschmack und unvergleichlicher Zartheit. Das Roastbeef wirkt deutlich fester als das Filet, ist aber ebenfalls Welten von dem entfernt, was sonst unter diesem Namen unter die Leute gebracht wird.

          Sehr überzeugend auch die Weinbegleitung: Mit ein paar Ausnahmen lässt Dieter Meier nur die Tropfen des eigenen Weingutes ausschenken, auch glasweise - und sehr wohlwollend. Das beginnt mit dem erstaunlich intensiven und kraftvollen Puro Torrontés, der als frischer Weißwein gut zu den Vorspeisen passt. Es setzt sich fort mit dem sortentypischen, fruchtbetonten und vollmundigen Ojo de Agua Malbec. Und findet schließlich seinen Höhepunkt in der grandiosen, kraftvollen und doch sehr delikaten Cuvée Speciale aus Malbec, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc (Glas 3,50 bis 13 Euro). Dieter Meier weiß offensichtlich, was er tut. Und das nicht nur als Musiker.

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