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Der Lokaltermin : Matschig und geschmacksfrei

Neueröffnung im Gallus: die erste Frankfurter „Domino’s Pizza“-Filiale. Bild: Frank Röth

Im Gallus hat die Kette „Domino’s Pizza“ eine neue Filiale eröffnet - die erste in Frankfurt. Doch das Lokal hat ein wesentliches Problem: die Qualität der Speisen. Der Lokaltermin.

          Der Laden ist fest in holländischer Hand. Der Akzent der freundlichen Bedienung an der Theke und die Zurufe des Küchenpersonals lassen keinen anderen Schluss zu. Offensichtlich haben die Chefs des Europa-Hauptquartiers von „Domino’s“ ihre besten Leute aus den Niederlanden nach Frankfurt geschickt, um in den ersten Wochen auf Nummer Sicher zu gehen. Im Nachbarland ist die amerikanische Pizza-Kette nämlich schon eine Macht, allein in Amsterdam und Rotterdam gibt es jeweils ein halbes Dutzend Filialen. In Deutschland sind es erst ein paar Lokale, im Gallus eröffnete vor ein paar Wochen das erste in Frankfurt.

          Peter Badenhop

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Trotz der Routiniers aus Holland gerät der genau ausgetüftelte und in mehr als 10 000 „Domino’s“-Filialen weltweit erprobte Pizza-Workflow leider mitunter immer noch ins Stottern. Die Moped-Fahrer des Lieferdienstes haben so ihre Orientierungsprobleme, und neulich mussten einige Selbstabholer und „In Store“-Kunden in dem mit 20 Plätzen ausgestatteten Lokal an der Mainzer Landstraße so lange warten, dass der nette Holländer hinter der Theke schließlich gar nichts mehr für die bestellten Speisen berechnen mochte.

          Pizzen überbacken und trocken

          Solche Gesten sind aller Ehren wert, ändern allerdings nichts daran, dass es bei „Domino’s“ ein noch grundsätzlicheres Problem gibt: die Qualität der Speisen. Einmal abgesehen von der langen Liste der verwendeten Zusatzstoffe (Konservierungs- und Antioxidationsmittel, Phosphat, Süßungsmittel, Geschmacksverstärker, Farbstoff), die auf der Karte unter der Rubrik „Rechtskram“ abgehandelt wird, hat auch die Zubereitung deutliche Schwächen. Die angeblich mit einer „knusprigen, pikanten Panade“ ummantelten „Chicken Kicks“ zum Beispiel sind matschig und frei von jeglichem Hähnchengeschmack, das „Twisty Bread“ - gedrehte, mit Trockenkräutern bestreute Pizzabrotstangen - ist vollkommen versalzen. Die Pizzen, die in 18 Varianten und zum Selbstzusammenstellen angeboten werden, sind durchweg überbacken und trocken. Und sie haben auch in der „Italian Style“-Variante keinen knusprigen, sondern einen weichen, geradezu breiigen Boden, den man jedem italienischen Pizza-Bäcker um die Ohren hauen würde. Selbst die Cookies zum Abschluss sind so glasig und fettig, dass man sie am besten gleich im Lokal lässt.

          In den Achtzigern hatte die „Domino’s“-Kette schon einmal versucht, in Deutschland Fuß zu fassen. Das ging schief. Im zweiten Anlauf sind nun bis 2020 tausend Filialen geplant. Viel Erfolg!

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