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Bischof Georg Bätzing : Der Meister im Bohren dicker Bretter

Der Limburger Bischof Georg Bätzing ist Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Bild: dpa

Als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz sieht er sich selbst als „Klassensprecher“, ist derzeit aber vor allem Krisenmanager: Georg Bätzing wird 60 Jahre alt.

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          Der verstorbene Theologe Johannes Baptist Metz erinnerte einst daran, wie gottvergessen die Gesellschaft sei. Die Säkularisierung, eine immer geringere Bedeutung von Kirche im Alltag, die Vertuschung der Missbrauchsfälle und die Austritte in deren Folge – die Krise der katholischen Kirche hat sich seitdem vertieft. Metz war jedoch kein Untergangsprophet, der alles Neue als „Zeitgeist“ abtat. Zwar schrieb er, die Gottesbotschaft widerstehe „einer totalen Anpassung der Sehnsucht des Menschen an seine Bedürfniswelt“, zugleich ermunterte er, den Kampf um die Zukunft des gelebten Christentums aufzunehmen. Ein Kampf ohne Aussicht auf den großen Wurf, eine mühselige Angelegenheit.

          Martin Benninghoff
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wenn das die Jobbeschreibung für einen Bischof ist, zumal in vorderster Reihe, dann dürfte Georg Bätzing die ideale Besetzung sein. Der Theologe, der am Dienstag 60 Jahre alt wird, wirbt unermüdlich für den „Dialog der Kultur einer Gesellschaft und der Botschaft des Evangeliums“. Immer wieder mahnt er an, bei allen theologischen Kontroversen, etwa um die Zulassung von Protestanten bei der heiligen Kommunion, die Lebenswirklichkeit der Gläubigen und die Ökumene nicht aus dem Blick zu verlieren.

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