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JP-Morgan-Firmenlauf : Ein quietschbunter Lindwurm in der Abendsonne

  • -Aktualisiert am

Gut zu Fuß: Fast 63.000 Läufer legen die Innenstadt lahm – für den Autoverkehr. Bild: Bäuml, Lucas

In Frankfurt hat am Mittwoch zum siebenundzwanzigsten Mal der JP-Morgan-Firmenlauf stattgefunden. Das Rennen schlägt das New Yorker Pendant nicht nur hinsichtlich der Zahl der Teilnehmer.

          Siebenundzwanzig Ausgaben der JP Morgan Corporate Challenge – und noch nie sind die Teilnehmer nass geworden. Schweißnass schon, aber noch nie regennass. Und dabei bleibt es auch in diesem Jahr. An diesem Abend bot Frankfurt wieder eine von der Abendsonne bestrahlte Kulisse für den größten Firmenlauf der Welt. Was zwei Läufer im neongrünen Outfit einer hiesigen Großkanzlei zum Witzeln darüber veranlasst, dass die amerikanische Großbank JP Morgan dank ihrer immensen Kapitalisierung sogar im Himmel Einfluss geltend mache.

          Der stimmungsvolle Abend in der Innenstadt nimmt buchstäblich schon seinen Lauf, als sich die Massenbewegung zum Start formiert. 62.722 Teilnehmer aus 2282 Firmen benötigen nun einmal Platz, um sich aufzureihen. Und Geduld. Denn obwohl das Feld an der Börsenstraße und Hochstraße in zwei Startpulks aufgeteilt ist, dauert es 45 Minuten ehe sich auch der letzte Teilnehmer in Bewegung gesetzt hat. 5,6 Kilometer lang ist die Strecke mit Ziel in der Senckenberganlage.

          Es ist die Ruhe vor der Flut, wenn die Strecke für ein paar Minuten wie leergefegt ist, das letzte Fahrzeug der Straßen verwiesen ist. Die Olympiasiegerinnen Kristina Vogel (Bahnrad) und Katarina Witt (Eiskunstlauf) geben den Startschuss und los wälzt sich ein schier unendlicher, quietschbunter Lindwurm. Das große Joggen im Outfit mit Firmenlogo beginnt. „Das ist ein großer Festtag für den Sport, ich bin hellauf begeistert. Dieses große Miteinander ist eine Wucht, da kann keiner weggucken“, sagt Kristina Vogel, die nach einem Trainingsunfall im Rollstuhl sitzt und seitdem viele mit ihrer positiven Energie beeindruckt.

          Erlebnis ist wichtiger als das Ergebnis

          Frankfurt ist Teil der internationalen Laufreihe JP Morgan Corporate Challenge, die 2019 in fünf Kontinenten, sieben Ländern und 13 Städten stattfindet. Weil jeder Teilnehmer eine Spende von vier Euro erläuft, ist in Frankfurt eine Summe von 252.000 Euro erreicht worden, die Behindertensportprojekten zugutekommen.

          Was tut der geneigte Firmenläufer im Feierabendmodus, wenn er bei einer Zehntausende zählenden Menschenschlange sich nicht hinten anstellen möchte? Er setzt sich mit seinen Kollegen in eines der Straßencafés am Eschenheimer Turm, bestellt offensichtlich nicht nur alkoholfreies Bier und fädelt sich geschickt ein in die laufende Massenbewegung.

          Untergrundbewegung: Die U-Bahn bringt die Aktiven zum Start an der Börsenstraße. Bilderstrecke

          Teamgeist, Fitness und Spaß stehen im Vordergrund. Erlebnis vor Ergebnis – die allermeisten füllen dieses inoffizielle Motto mit Leben. Auch wenn manche wohl das Konkurrenzdenken in Businessschuhen auch auf einen gemeinsamen Abend in Laufschuhen übertragen. Auch wenn mancher sich nicht unterkriegen lassen will, obwohl die Knie knirschen. Und wenn aus manchen Gesichtern der pure Kampf mit den 5,6 Kilometern spricht, verbunden mit der sich selbst gestellten Frage: Hätte ich doch vorher mal trainiert. Doch ein Läuferfeld solchen Ausmaßes hat auch etwas Mitreißendes, verbunden mit Anfeuerungen des Publikums und Beats aus den Boxen am Streckenrand.

          Und so wachsen viele Untrainierte über sich hinaus und jubeln auf dem Zielstrich ausgiebig. In der Bockenheimer Landstraße erwartet die Läufer dann traditionell Frankfurts größtes Bananen-Buffet des Jahres. Und dann die Aktiven mit geröteten Gesichtern gen zweiten Teil des Abends: An Hunderten von Firmentreffpunkten in den Grünanlagen geht das Gemeinschaftserlebnis Corporate Challenge weiter. Die New Yorker Ausgabe des Firmenlaufs hat übrigens weniger als die Hälfte der Teilnehmer mobilisiert. Und dann ist das Event wegen Unwetters auch noch ausgefallen.

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